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Amoklauf in Mailänder Gericht

Angeklagter eröffnete plötzlich das Feuer und tötete mindestens drei Menschen

Italien - Amoklauf in Mailänder Gericht © Bild: REUTERS/Stefano Rellandini

Ein Angeklagter eines Insolvenzprozesses hat am Donnerstag in einem Gericht in Mailand drei Menschen erschossen. Bei den Opfern handelt es sich um einen Richter, einen Anwalt und einen Mitangeklagten. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, einer davon schwer, berichtete die Staatsanwaltschaft. Der 57-jährige Unternehmer wurde festgenommen. Berichte über vier Tote stellten sich als falsch heraus.

© REUTERS/Stefano Rellandini Polizeieinheiten vor dem Gerichtsgebäude

Der Mann verschanzte sich nach der Tat in dem Justizpalast im Zentrum Mailands und flüchtete dann mit einem Motorrad. Er wurde von der Polizei 30 Kilometer von der lombardischen Hauptstadt entfernt in der Ortschaft Vimercate festgenommen. Der Schütze wollte dort angeblich auch zwei ehemalige Geschäftspartner töten, die er für die Insolvenz seiner Immobiliengesellschaft verantwortlich machte, berichteten die Justizbehörden in Mailand. Der Unternehmer war mit rund drei Millionen Euro verschuldet. "Ich wollte mich an denjenigen rächen, die mich ruiniert haben", sagte der Unternehmer den Fahndern. Insgesamt gab er 13 Schüsse ab.

© REUTERS/Stefano Rellandini Menschen flüchten aus dem Gebäude.

Täter erlitt Schwächeanfall

"Wäre er nicht festgenommen worden, hätte er andere Menschen getötet", betonte der italienische Innenminister Angelino Alfano bei einer Pressekonferenz in Mailand. Nach der Festnahme erlitt der 57-Jährige einen Schwächeanfall. Er wurde mit einem Rettungswagen ins Spital eingeliefert.

© REUTERS/Stefano Rellandini Die Polizei sucht nach dem flüchtigen Täter

Der Fall löste Diskussionen über die Sicherheitsvorkehrungen im Mailänder Justizpalast aus. Noch war unklar, wie der Angeklagte eine Pistole in den Gerichtssaal bringen konnte. Metalldetektoren am Eingang des Gerichts umging der Mann. "Wir müssen klären, ob es Sicherheitsmängel im Justizpalast gegeben hat", betonte der italienische Justizminister Andrea Orlando.

Eintritt mit falschem Ausweis?

Mit den Ermittlungen wurde die Staatsanwaltschaft von Brescia beauftragt. Nicht ausgeschlossen wurde, dass der 57-Jährige den Justizpalast mit einem gefälschten Ausweis betrat. Er habe sein Vorgehen genau geplant, betonten die Ermittler. Staatspräsident Sergio Mattarella kondolierte den Angehörigen der Opfer.

Kommentare

Seit wann sind denn Waffen in Gerichtsgebäuden erlaubt? Irgendetwas ist da schief gelaufen!

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