Magnas cooler Opel-Coup: Grand Prix oder Crash - noch ist das Rennen nicht gewonnen

NEWS: Siegfried Wolf im Interview über die Risiken Magna gibt jetzt Vollgas, Deal kann noch scheitern

Magnas cooler Opel-Coup: Grand Prix oder Crash - noch ist das Rennen nicht gewonnen © Bild: APA/Pfarrhofer

Magna-Boss Siegfried Wolf im Exklusiv-Interview über Risiken, Jobabbau und über theoretische Stolpersteine. Wolf gilt als Architekt von Opels Zukunft. Für das Opel-Werk in Wien Aspern mit 1.850 Jobs ist die Magna-Lösung der einzige Garant.

NEWS: Gratulation zum Opel-Deal. Beginnt für Magna eine neue Zeit?
Siegfried Wolf: Für Gratulationen ist es zu früh. Was erzielt wurde, ist ein Etappensieg. Aber die wirklichen Herausforderungen liegen noch vor uns.
NEWS: Kann der Kauf von Opel jetzt noch scheitern?
Wolf: Ja, der Einstieg bei Opel kann theoretisch noch scheitern. Entscheidend sind die nächsten vier bis fünf Wochen bis zum Closing. Wir gehen mit unseren Experten und Partnern jetzt in die Tiefe und analysieren den Ist-Stand von Opel.
NEWS: Können noch zusätzliche Gefahren oder Finanzlöcher auftauchen?
Wolf: Um solche Eventualitäten festzustellen, prüfen wir jetzt eingehend.
NEWS: Wie hoch ist das Risiko für Magna bei der Opel-Übernahme?
Wolf: Wir gehen ein Bündnis ein, um gemeinsam die Zukunft unserer Unternehmen zu sichern. Es ist sicher kein Notbündnis. Fest steht, dass sich die Automobilindustrie grundlegend verändert. Wir meinen, für Magna und für Opel gute Strategien zu haben. Deshalb nehmen wir auch viel Geld in die Hand.
NEWS: Wann wird feststehen, ob die Übernahme von Opel ein Erfolg ist?
Wolf: Entscheidend sind die nächsten 18 Monate. Es braucht gewaltige Anstrengungen, um fit für die Zukunft zu werden. Wir können es schaffen.
NEWS: Wie viele der europaweit 50.000 Opel-Jobs gehen verloren?
Wolf: Es wird harte Einschnitte geben. Das Ziel ist klar: Opel muss wettbewerbsfähig und profitabel werden. Nur das sichert Opels Zukunft und die Jobs. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz. Die vier deutschen Opel- Werke bleiben erhalten.
NEWS: Und das Opel-Werk in Wien-Aspern?
Wolf: Für dieses Werk setze ich mich selbst ein. Es gibt Zusagen.
NEWS: Aus der Politik?
Wolf: Diese Jobs sind vielen Menschen ein großes Anliegen.

Roland Hofbauer

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