Magna-Boss Wolf geht nach Russland:
Neuer Spitzenjob im Deripaska-Imperium

Aufsichtsratsvorsitzender bei "Russian Machines" Neue Verantwortung für über 70.000 Mitarbeiter

Magna-Spitzenmanager Siegfried Wolf wechselt nach 15 Jahren im austro-kanadischen Autozulieferkonzern ins Firmenimperium des russischen Großindustriellen Oleg Deripaska. Dort soll Wolf als Aufsichtsratsvorsitzender mit Durchgriffsrecht für die Pkw- und Nutzfahrzeugsparte "Russian Machines" mit über 70.000 Mitarbeitern die Verantwortung übernehmen.

Magna-Boss Wolf geht nach Russland:
Neuer Spitzenjob im Deripaska-Imperium

Wolf will in Russland etwas Neues aufbauen. Der gelernte Werkzeugmacher steht vor der Mission, die marode russische Autoindustrie wieder in Gang zu bringen. Herzstück der Russian Machines ist der zweitgrößte Autobauer GAZ, der an massiver Unterauslastung leidet.

Das Unternehmen ist der einzige große russische Fahrzeughersteller ohne westlichen Partner. Er ist auf Schwerfahrzeuge und Busse spezialisiert und betreibt 17 Produktionsstätten. 2009 musste GAZ tausende Stellen streichen. Auf dem russischen Markt hatten sich 2009 die Pkw-Verkaufszahlen halbiert.

Nun steht ein Wiederaufschwung vor der Tür, der Wolf zugutekommen dürfte. Die Modernisierung der Autoindustrie stößt vor allem im Kreml auf großes Interesse. Deshalb kann Wolf auch weiterhin mit Garantien für Investitionsprojekte seitens der Regierung rechnen.

Von Stronach entdeckt
Wolfs Bilderbuch-Karriere in der Autoindustrie begann 1994 mit seiner Entdeckung beim Munitionsproduzenten Hirtenberger durch den Austrokanadier und Selfmade-Milliardär Frank Stronach. Danach arbeitete das österreichische Duo intensiv an der Expansion des Autozulieferers - auch nach Österreich.

Im August 2010 erfolgte der endgültige Rückzug von Stronach aus seiner dominierenden Stellung beim austro-kanadischen Konzern. Stronach reduzierte seinen Anteil an Magna und gab für rund 1 Mrd. Dollar seine Kontrollmehrheit ab. Mit dem nunmehrigen Abgang Wolfs wird der österreichische Einfluss bei Magna wesentlich zurückgefahren. Nach dem Bekanntwerden seines Rückzugs wurde Mitte Oktober 2010 das im burgenländischen Kittsee geplante Magna-Batteriewerk vorerst auf Eis gelegt.

(apa/red)