Magere Ausbeute: Nur zwei österreichische Kicker verdienen in Deutschland ihr Geld

Weissenberger und Harnik kämpfen um Stammplatz

Er ist gemeinsam mit Martin Harnik von Werder Bremen der letzte verbliebene Legionär in der ersten deutschen Bundesliga. Für Markus Weissenberger, 31, Familienvater, beginnt am Samstag mit dem Spiel gegen Schalke 04 das siebente Fußball-Jahr in Deutschland. Nach einer guten Vorbereitung hofft der Vorarlberger auf einen Stammplatz bei seinem Klub Eintracht Frankfurt, auf den es aber keine Garantie gibt.

"Ich habe in der Vorbereitung alles mitgemacht, ohne Verletzungen. Das war ganz wichtig. Ich fühle mich körperlich topfit", so Weissenberger im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Nur Stammplatzgarantie hat der 31-Jährige, der die Nummer 10 auf seinem Trikot trägt, keine. "Die haben bei uns nur wenige. Sicher darf sich keiner sein, hat der Trainer gesagt", so der Vorarlberger weiter.

Persönlich will er mit seiner Mannschaft die Klasse halten, so schnell wie möglich 40 Punkte machen. Im UEFA-Cup, für den sich Frankfurt zum ersten Mal seit 1995 über den deutschen Pokal qualifizierte, ist das Erreichen der Gruppenphase das Ziel. "Wir haben sehr hart trainiert, ich hoffe dass wir unsere Ziele erreichen werden", erklärt Weissenberger.

Der Patriotismus in Deutschland ist auch nach der Weltmeisterschaft ungebrochen. "Es wurden so viele Dauerkarten wie noch nie verkauft, überall hängen noch die Fahnen", so der Legionär, der glaubt, dass am Ende die Bayern aus München das Rennen in der Meisterschaft machen werden. Bremen, Hamburg und Schalke schätzt er auch stark ein. "Die Bayern haben viele Nationalspieler, die müssen erst wieder reinkommen. Aber am Ende werden sie vorne sein", glaubt der Wahl-Frankfurter, der sich in der Abstiegsfrage nicht äußern will.

Angesprochen auf die Tatsache, dass nur mehr er und Harnik in der ersten deutschen Bundesliga spielen, meint Weissenberger: "Es ist traurig. Aber das wird sich wieder ändern. Es gibt viele gute, junge Österreicher. Die müssen sich nur trauen. In Deutschland gibt es schlechtere Spieler, nur die trauen sich halt. Wir Österreicher müssten mehr Selbstvertauen haben."

Noch mehr Selbstvertrauen würde Weissenberger sicher eine Einberufung in das österreichische Nationalteam geben. Noch hat sich Teamchef Josef Hickersberger bei ihm nicht gemeldet. "Mal schauen was da rauskommt. Ich würde mich freuen wenn ich wieder dabei wäre. Wichtig ist aber, dass man zuerst bei seinem Klub spielt. Ich hoffe aber, dass ich dabei bin, dann kann sich der Teamchef selbst ein Bild von mir machen", erklärt er kämpferisch.

Noch keine Anwärter auf einen Platz im ÖFB-A-Teamkader sind Martin Harnik (Werder Bremen), Michael Langer (3. Goalie von VfB Stuttgart) und Stefan Maierhofer (Bayern München). Das Trio befindet sich zwar im erweiterten Kampfmannschafts-Kader, die Hoffnungen auf einen Bundesliga-Einsatz sind allerdings äußerst gering.
(apa)