Mäuse von

Gequälte Virtuosen

Mäuse - Gequälte Virtuosen © Bild: News/Ian Ehm

Franz Kafkas Erzählung von der Maus Josefine, die ihre Artgenossen mit ihrem Gesang betörte, ist keine reine Fiktion. Mäuse singen tatsächlich. Das erforschten Wissenschaftler an der Universität von New York an Braunmäusen: Die kleinen Nager verständigen sich durch Gesang! Nun wollen Neurobiologen über die Mäusekommunikation das menschliche Sprechvermögen untersuchen. Dass sie dafür Teile des Mäusehirns lahmlegen und die kleinen Künstler möglicherweise zu Tode quälen, ist den Forschern egal.

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Aber Mäuse sind nicht nur Opfer der Wissenschaft. Siedeln sie sich in Haushalten an, werden sie wie Schädlinge mit Gift oder grausamen Fallen vernichtet. Das ist keine Lösung, denn der Einsatz von Gift kann die Menschen und alle anderen Tiere in einem Haushalt gefährden. Die Population der Nager steigt trotzdem. Vor kurzem wurde in Wien Donaustadt ein Schulgebäude wegen Mäusebefalls geschlossen. Die Nager fressen nicht nur Kabel, Bücher und Lebensmittel an, sie sind auch Überträger des für den Menschen gefährlichen Hantavirus. Was also tun?

Die effizientesten Kammerjäger sind seit Menschengedenken Katzen. Oft reicht die Präsenz eines felinen Wesens, um Mäuse fernzuhalten. Die freundlichsten Mittel gegen Mäuse sind Lebendfallen. Das sind kleine Käfige, in die man die Mäuse mittels Köder lockt. Ist die Maus eingetreten, schnappt die Falltür zu. Das gefangene Tier sollte man schleunigst in die freie Natur bringen. Wichtig ist, dass man sie möglichst weit weg vom eigenen Haus und anderen Wohngebieten freisetzt, damit sie nicht zurück- oder anderswo einkehren. Denn Mäuse sind nicht nur Virtuosen, sondern auch besonders klug.

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