Männliche Garnelen haben ihre Tage: Alte Spermien werden dabei duch neue ersetzt

Erster Fall eines männlichen Fruchtbarkeitszyklus Hormone steuern Häutungsvorgang - wie bei Regel

Männliche Garnelen haben ihre Tage: Alte Spermien werden dabei duch neue ersetzt

Israelische Forscher entdeckten den ersten Fall einer "männlichen Menstruation". Garnelen haben eine Art Zyklus, wobei alte Spermien durch neue ausgetauscht werden. Dabei verschwinden kleine "Samenpakete" kurz vor der Häutung der Tiere, um sich gleich darauf neu zu bilden. Der Vorgang wird wird von Hormonen gesteuert.

Männliche Garnelen haben eine Art von Menstruationszyklus, bei dem sie regelmäßig alte Spermien durch neue ersetzen. Das entdeckten Forscher um Shmuel Parnes von der Ben-Gurion Universität in Beer-Sheva (Israel), berichtet das Magazin "New Scientist" (Nr. 2581, S. 16). Das sei der erste bekannte Fall eines solchen Fruchtbarkeitszyklus bei männlichen Tieren. Bei gezielter Suche könnten sich im Tierreich allerdings ähnliche Fälle finden, erklären die Forscher.

Männer nicht "immer bereit"
Die Spermien mit "Ablaufdatum" widerlegten die verbreitete Meinung, dass Männer "immer bereit" seien. Männliche Garnelen der Art Litopenaeus vannamei tragen ihre Spermien in so genannten Spermatophoren, kleinen Samenpaketen. Diese sind in dem durchscheinenden Tier gut zu erkennen.

Häutung durch Hormone gesteuert
Die Forscher beobachteten, dass die Spermatophoren kurz vor der Häutung der Garnelenmännchen verschwinden und sich etwa einen Tag danach neu bilden. Die Häutung sei bei den Garnelen durch Hormone gesteuert - ebenso wie der weibliche Menstruationszyklus. Parnes und seine Kollegen fanden nach dem Verschwinden der Spermatophoren Überreste von Samen im Körperinneren. Das deute darauf hin, dass die Tiere den Samen auflösten und dessen Bestandteile wieder aufnähmen.

(apa/red)