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Made in Münchhausen

Jetzt auch Benziner: Esther Mitterstieler über die neue Dimension des VW-Skandals

Esther Mitterstieler © Bild: News

Jetzt also doch: VW hat nicht nur bei Diesel-, sondern auch bei Benzinmotoren geschummelt. Und hat nicht nur zu viele gesundheitsgefährdende Stickoxide, sondern auch zu viel vom klimaschädigenden Kohlendioxid in die Luft geblasen. Plötzlich sollen weitere 800.000 Autos betroffen sein, darunter auch Benziner – neben den schon bekannten zwei Millionen deutschen und 363.000 österreichischen Dieselautos. Das steckt VW anscheinend zumindest kommunikationstechnisch locker weg, indem es nicht kommuniziert. Der Skandal mag sich zum größten der deutschen Wirtschaftsgeschichte ausweiten, ist aber bloß der vorerst letzte in einer Reihe von unschönen Korruptions- und Betrugsaffären, Stichwort Siemens, Deutsche Bank, MAN. Statt das vielgerühmte made in Germany muss man derzeit bei VW made in Münchhausen propagieren. Wer weiß, was noch alles kommt.

Betrachtet man den Fall der Deutschen Bank, kann VW-Chef Matthias Müller angst und bange werden. Anshu Jain und Jürgen Fitchen sind vor allem an den Altlasten gescheitert, die Vorgänger Josef Ackermann hinterlassen hat. Jain war als Investmentstar in London auch unter Ackermann schon sehr weit oben in der Bankriege. Müller war als Porschechef auch für die Entwicklung eben jener neuen Reihe an Fahrzeugen zuständig, die jetzt auch in den Sog des Skandals zu geraten drohen. VW steht vor einer totalen Redimensionierung des Geschäftes. Der Riese wankt, je schneller er neue Weichen stellt und alte Lasten abträgt, umso besser für Mitarbeiter und Konzern.

Kommentare

Oliver-Berg

Alle reden nur mehr von einem VW-Skandal. Wenn man die PKWs anderer Autohersteller überprüft, kommt genau dasselbe raus. Warum machen die Amis, das ausgerechnet gegen einen deutschen Konzern und nicht gegen die Hersteller von Monster-SUVs von Buick, Cadillac & Co., ganz einfach Deutschland soll wegen TTIP weichgeklopft werden.
Das geht am besten gegen die deutsche Industrie den Automarktführer.

Oliver-Berg

Welcher Automobilkonzern kann von sich behaupten, dass der angegebene Normverbrauch mit dem tatsächlichen Verbrauch in der Praxis übereinstimmt. Ich kenne keinen Benzinmotor, der mindestens 1 bis 3 Liter mehr verbraucht, als im Normverbrauch angegeben. Je schwerer und ps-stärker das Auto, desto höher der Mehrverbrauch.

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