"Made in Austria" kommt überall gut an:
Ausland fährt auf Austro-Lebensmittel ab

Für 2009 neuer Rekord an Exportmenge zu erwarten Deutschland & Italien besonders österreichbegeistert

"Made in Austria" kommt überall gut an:
Ausland fährt auf Austro-Lebensmittel ab © Bild: APA/Hochmuth

Aus Österreich isst man gern: Heimische Lebensmittel bleiben trotz Rezession und großer Konkurrenz auch im Ausland ein Renner. Vor allem in den wichtigsten Abnehmerländern Deutschland und Italien halten Konsumenten rot-weiß-roten Produkten weiterhin die Treue. Überraschenderweise ist für 2009 sogar mit einem neuen Mengenrekord im Lebensmittelexport zu rechnen. Mitverantwortlich dafür: Die Produkte der heimischen Milchindustrie.

Neben den Deutschen, wo etwa ein Drittel der österreichischen Lebensmittelexporte landen, haben sich die neuen EU-Länder auch heuer als verlässlicher Wachstumsmarkt erwiesen. Wichtigste Warengruppe im agrarischen Außenhandel sind Milch und Milchprodukte, Getränke, Backwaren sowie Fleisch und Fleischzubereitungen. Aber auch Energydrinks, Limonaden, Eistees und natürlich
österreichische Süßwaren gelten als Exportschlager.

Milchprodukte genießen großes Ansehen
Besonders bei Molkereiprodukten und Käse genieße Österreich im Ausland großes Ansehen, sagte Mikinovic. Die durchgehend gentechnikfreie Produktion in Österreich sei "für viele Länder unvorstellbar". Auch der Heumilch-Anteil von 15 Prozent sei im Vergleich zum EU-Schnitt von 2 Prozent sehr hoch. Österreich habe es damit unter anderem geschafft, in den deutschen Käsetheken Italien von der Nummer vier zu verdrängen.

Auch Österreichs Lebensmittelindustrie hat sich nach Angaben von Michael Blass vom Fachverband der Lebensmittelindustrie trotz leichter Rückgänge als "Fels in der Brandung" in der Finanz- und Wirtschaftskrise erwiesen. Der Umsatz der rund 220 Unternehmen ist im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent auf 3,59 Mrd. Euro im Jahresvergleich gesunken. Zum Vergleich: In der Industrie gesamt lag das Umsatzminus (abgesetzte Produktion) in diesem Zeitraum bei 19,2 Prozent. Der gedämpfte Umsatz sei vor allem auf die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Lebensmittelpreise zurückzuführen.

Wertmäßig sinken Exporte
Aufgrund gesunkener Preise liegen allerdings die wertmäßigen Lebensmittellieferungen bis zum Halbjahr dagegen um 10 Prozent unter den Werten des Vorjahres.

Für das Gesamtjahr 2009 wird mit einem agrarischen Außenhandel von 7,2 Mrd. Euro gerechnet, nach 7,96 Mrd. Euro 2008, das von hohen Rohstoff- und Energiekosten geprägt war, und 7,26 Mrd. Euro im "Normaljahr" 2007. Gegenüber 1995 bedeute dies eine Vervierfachung der Agrarexporte, zeigte sich der Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, mit der Entwicklung des heimischen Agrar-Außenhandels zufrieden. Seit dem EU-Beitritt lagen die Exportzuwachsraten jährlich zwischen 7 und 20 Prozent.
(apa/red)