Maddies Eltern geben offizielle Erklärung ab: "Wir sind auch Opfer eines Verbrechens"

McCanns: "Polizei soll sich auf Suche konzentrieren" Anklage in Portugal wird immer unwahrscheinlicher

Maddies Eltern geben offizielle Erklärung ab: "Wir sind auch Opfer eines Verbrechens"

Die Eltern der vor viereinhalb Monaten verschwundenen Madeleine glauben weiter fest daran, dass ihre Tochter am Leben ist. Die portugiesische Polizei müsse sich erneut darauf konzentrieren, das Kind zu suchen, erklärten Kate und Gerry McCann über ihren neuen Sprecher Clarence Mitchell. "Die McCanns sind gern bereit, mit der portugiesischen Polizei zu kooperieren", sagte Mitchell im Beisein des Ärzteehepaares vor deren Haus in der mittelenglischen Ortschaft Rothley.

Die Eltern Madelines seien ebenfalls "unschuldige Opfer eines gemeinen Verbrechens", betonte der Sprecher. Mitchell war früher Korrespondent des Senders BBC und zuletzt Direktor des Medienbüros der britischen Regierung. Er habe für die Funktion als Sprecher der Madeleine-Eltern sein Regierungsamt aufgegeben, um eventuelle Interessenkonflikte zu vermeiden, teilte der Journalist mit.

Er selbst sei von der Unschuld der McCanns völlig überzeugt, sagte Mitchell. Dass sie in den letzten Wochen in Medienberichten für den angeblichen Tod der Tochter verantwortlich gemacht wurden, sei "irrsinnig". Im Namen der Familie rief er die Presse auf, die Privatsphäre der McCanns zu respektieren. Insbesondere solle sie künftig darauf verzichten, Bilder der erst zweijährigen Zwillingsgeschwister von Madeleine zu veröffentlichen.

Richter lehnen weitere Vernehmungen ab
Eine Anklage wird nach britischen Medienberichten immer unwahrscheinlicher. Der zuständige portugiesische Richter habe es jetzt abgelehnt, Kate und Gerry McCann für weitere Vernehmungen zurück nach Portugal zu beordern, berichtete die britische Presseagentur PA. Es würde genügen, wenn noch offene Fragen durch die britische Polizei gestellt werden, habe Richter Pedro Daniel dos Anjos Frias erklärt.

Die McCanns waren am vorletzten Wochenende nach England zurückgekehrt. Kurz zuvor hatten portugiesische Ermittler sie offiziell zu Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Verschwinden ihrer dreijährigen Tochter aus der Ferienwohnung der Familie in der Algarve erklärt. Der britische Premierminister Gordon Brown sei über die Entwicklung des Falls Madeleine informiert worden, berichtete PA. Allerdings erwarteten die McCanns nicht, dass er sich einschalte.

Ein Anwalt des Ärzteehepaares erklärte, es sei bisher nicht über eventuelle Wünsche der portugiesischen Polizei nach weiteren Befragungen informiert worden. Bei der britischen Polizei hieß es laut PA inoffiziell, es sei "sehr unüblich", dass britische Beamte Befragungen im Namen ausländischer Ermittler vornehmen. Allerdings könnten diese unter bestimmten Umständen in Großbritannien Personen im Beisein örtlicher Polizisten befragen.
(apa/red)