Mad Men - Staffel 5 von

Don & Co. sind wieder da

Fortsetzung folgte nach eineinhalb Jahren - und die Warterei hat sich eindeutig gelohnt

Mad Men - Staffel 5 - Don & Co. sind wieder da © Bild: amctv.com

Ein Jahr und fünf Monate mussten sich die Fans von „Mad Men“ gedulden. Am Sonntag war es dann endlich soweit und der Startschuss für die fünfte Staffel ist in Form einer Doppelfolge als Belohnung für die lange Wartezeit gefallen. Und was für ein Startschuss das war!

Alle Fans von „Mad Men“, deren Zuneigung zu Don Draper (Jon Hamm) und Co. aufgrund der langen Abwesenheit in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurden nun für ihre Treue belohnt und der Beweis geliefert, warum es sich lohnt, auf „Mad Men“ auch über ein Jahr zu warten.

Neues in Manhattan
Nicht nur für die Fans, auch in New York sind einige Monate vergangen, seit die vierte Staffel geendet hat. Joan Harris (die hervorragende Christina Hendricks) hat ihr Kind bekommen, Don Draper hat seine Sekretärin Megan, die erst in den letzten paar Folgen, dafür mich Pauken und Trompeten Einzug in die Serie fand, inzwischen geheiratet und die Agentur „Sterling Cooper Draper Pryce“ scheint sich auf den ersten Blick wirtschaftlich erholt zu haben.

Geschickte Storys
Hier setzt die Geschichte erneut an, um das Leben von Don Draper, Peggy Olson und Co. weiterzuerzählen. Dabei schaffen es die Macher rund um Matthew Weiner gekonnt, die Zuseher trotz Einführung neuer Storylines den Zuseher auch bei der ersten Folge bereits wieder an den Bildschirm zu fesseln. Schnell taucht man wieder ein in die gewohnt-geliebte „Mad Men“-Welt und schaut Megan Draper gerne – mit ein bisschen Fremdschämen zu- wie sie sich und auch Don auf einer Überraschungsparty zu dessen 40er mit einem allzu koketten Auftritt blamiert.

Mitleben garantiert
Ebenso fühlt man mit Obersekretärin Joan Harris, die mit sich in ihrer neuen Rolle als Mutter noch nicht eingefunden hat und fürchtet, am Arbeitsplatz bereits ersetzt worden zu sein. Und wie immer macht es eine Menge Spaß, dem stets cool-charmanten Roger Sterling (John Slattery) beim Nicht-Arbeiten und Dinge auf seine Art zu regeln sowie beim Rivalisieren mit Pete Campbell zuzusehen. Diesem würde man nach wie vor nur zu gern wieder einmal dabei zusehen, wie ihm sein Aggressionen auslösender Dauergrinser (und für diese schauspielerische Leistung gebührt Darsteller Vincent Kartheiser ein großes Lob) vergeht.

Bürgerrechtsbewegung
Neben der vielversprechend eingeführten Storylines der einzelnen Charaktere, vewerbt die fünfte Staffel „Mad Men“ aber auch wieder eine Bestandsaufnahme der damaligen Gesellschaftssituation geschickt in die Welt von „Sterling Cooper Draper Pryce“ – nämlich die damals aufkeimende amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Nach einem geschickten Werbe-Schachzug darf man davon ausgehen, dass in der Agentur bald auch eine schwarze Sekretärin sitzen wird, was (zu damaliger Zeit) natürlich einiges an Konflikt- und somit Story-Potenzial mit sich bringt.

Das richtige Tempo
Trotz der vielen Einzel-Schicksale sowie dem jenes der Agentur, schafft auch der Auftakt der neuen „Mad Men“-Staffel das, was die bisher auszeichnete weiterzuführen: Nämlich trotz der verschiedenen Plots nicht zu sehr auf die Drama-Drüse zu drücken, sondern alles mit einer Leichtigkeit und Humor zu erzählen – und das genau im richtigen Tempo. Es passiert in einer Folge genau soviel wie nötig, um auf keinen Fall langweilig zu sein, aber, und das ist vor allem die Stärke dieser Erfolgs-Serie, die eingesetzten Emotionen sind auch niemals zuviel, sondern immer genau richtig dosiert. Einziger Wehrmutstropfen: Bis jetzt sind erst einmal nur sechs weitere Folgen fixiert.