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Macron erwartet Sinneswandel von Trump beim Pariser Klimaabkommen

Französischer Präsident lehnt Neuverhandlung ab

Am Vorabend des Pariser Klimagipfels hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron überzeugt geäußert, dass sein US-Amtskollege Donald Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen wird. Neuverhandlungen über bessere Bedingungen für die USA lehnte er am Montag in einem Interview des US-Senders CBS aber kategorisch ab.

Trump hatte im vergangenen Sommer den Ausstieg aus dem vor zwei Jahren geschlossenen Klimavertrag angekündigt. Macron wies darauf hin, dass es bei Neuverhandlungen mehr als 190 beteiligte Länder gäbe. "Es tut mir leid, ich bin nicht bereit, mit so vielen Leuten am Tisch neu zu verhandeln. Wenn du einen Vertrag unterzeichnet hast, musst du ihn respektieren", sagte Macron.

Die USA seien ein großartiges Land, so der Präsident. "Sie haben den Pariser Vertrag unterzeichnet. Es ist extrem aggressiv, allein zu entscheiden, einfach auszusteigen, und es geht nicht an, die anderen zu Neuverhandlungen zu drängen, weil einer beschlossen hat, den Saal zu verlassen. Es tut mir leid, das zu sagen. So geht es nicht."

Es handle sich um eine große geschichtliche Verantwortung, sagte Macron, "und ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund Präsident Trump seine Meinung in den kommenden Monaten oder Jahren ändern wird. Ich hoffe es." Auf die Nachfrage des Interviewers, ob er tatsächlich an einen Sinneswandel Trumps glaube, antwortete Macron: "Ja. Ich bin nicht bereit, neu zu verhandeln. Aber ich bin bereit, ihn (Trump) willkommen zu heißen, wenn er sich entschließt zurückzukommen."

Trump hatte mit seiner Ausstiegsankündigung weltweit scharfe Kritik geerntet. Zum zweiten Geburtstag des Vertrags hat Macron für Dienstag zu einem eintägigen Gipfel auf einer Seine-Insel vor den Toren von Paris eingeladen. Zu dem "One Planet Summit", bei dem es vorrangig um mehr Investitionen in den Klimaschutz und Grüne Technologien gehen soll, haben sich gut 50 Staats- und Regierungschefs angesagt. Trump ist nicht dabei. Dem Vernehmen nach werden die USA lediglich Vertreter ihrer Pariser Botschaft entsenden.

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