Nach Rücktritt von

Machtkampf im
Team Stronach entbrannt

Lugar fordert Rückkehr von Nachbaur in Partei - Nachbaur will sich nicht äußern

Kathrin Nachbaur und Robert Lugar © Bild: APA/BARBARA GINDL

Im Team Stronach ist offenbar ein Machtkampf voll im Gange. Der Abgeordnete Robert Lugar forderte am Sonntagabend in der ORF-Diskussion "Im Zentrum" Kathrin Nachbaur auf, wieder in die Partei einzutreten. Andernfalls könne sie nicht Klubobfrau bleiben. Nachbaur wollte diese Frage nicht öffentlich beantworten, sondern im Team besprechen.

Lugar äußerte die Hoffnung, dass Nachbaur ihre Entscheidung revidiert und wieder in die Partei eintritt. "Ich will, dass sie bleibt." Andernfalls müsse man die Lage neu bewerten. Seiner Auffassung nach wäre es nicht möglich, an der Spitze des Klubs zu bleiben, wenn sie sich nicht zur Partei bekennt. Lugar behauptete, damit auch im Namen von Frank Stronach und für die Mehrheit des Klubs zu sprechen. Zumindest sechs Mitglieder des elfköpfigen Klubs würden das auch so sehen. Namentlich nannte er etwa Martina Schenk und Rouven Ertlschweiger.

Nachbaur schweigt

Nachbaur wollte diese Frage nicht in der TV-Diskussion beantworten. Für sie ist es eine "Frage des Stils", solche Themen nicht medial zu diskutieren. Sie wolle organisatorische Fragen im Team besprechen und nicht öffentlich. Nachbaur bekräftigte aber, dass sie weiter hinter den Inhalten, Werten, dem Programm und zum Team stehe.

Klubobfrau-Position soll erhalten bleiben

Nachbaur betonte neuerlich, dass sie Klubobfrau bleiben wolle. Ob sie bei der Klubsitzung, die am Dienstag stattfinden soll, noch eine Mehrheit bekommen wird, werde sich zeigen. Abgeordnete will sie aber auf jeden Fall auch dann bleiben, wenn sie als Klubobfrau abgewählt werden sollte. Nicht eindeutig äußerte sich Nachbaur zu ihrem Parteiaustritt. Sie habe einen Zettel geschrieben mit der Formulierung: "Lieber Frank, ich ziehe mich aus der Bundespartei als stellvertretende Obfrau zurück." Auf die konkrete Nachfrage nach ihrer Parteimitgliedschaft meinte Nachbaur, dass diese Bürokratie "nicht relevant" sei.

Die Zurücklegung der Funktion der stellvertretenden Obfrau begründete Nachbaur neuerlich damit dass sie als werdende Mutter mehr Zeit brauche und Frank Stronach sich einen "starken Mann" wünsche, dem sie nun Platz mache. Zu dem vom früheren Berater Rudi Fußi geäußerten Gerücht, wonach der frühere Kurzzeit-FPÖ-Justizminister und jetzige Anwalt Michael Krüger Parteichef und der frühere FPÖ-Klubobmann und BZÖ-Obmann Peter Westenthaler Generalsekretär werden sollen, wollte sich Nachbaur nicht äußern.

Klub vor Sitzung gespalten

Der Parlamentsklub des Team Stronach zeigt sich vor der Krisensitzung am Dienstag gespalten über die Zukunft von Klubobfrau Kathrin Nachbaur. Während einige Abgeordnete am Montag betonten, hinter Nachbaur zu stehen, will Mandatar Robert Lugar eine Abstimmung über die Klubchefin erwirken. Die Chance in den vergangenen Tagen, den Parteiaustritt als Irrtum zu widerrufen und ein Zeichen zu setzen, "dass sie noch im Boot ist", habe Nachbaur nicht genutzt, meinte Lugar am Montag.

Man müsse deshalb am Dienstag in der Klubsitzung - die um 12.30 Uhr in jenem Raum in der Doblhoffgasse stattfindet, in dem schon das BZÖ die eine oder andere Krisensitzung abhielt - die Lage neu bewerten. Es gehe darum, ob jemand, der sich offensichtlich von der Partei losgelöst habe und einen neuen Kurs einschlage, "den Klub führen kann", erklärte Lugar. "Meine Meinung ist, dass das nicht geht." Dementsprechend will Lugar morgen die Vertrauensfrage für Nachbaur stellen. Nachfolgen möchte er ihr aber nicht, auch nicht als Vizeparteichef oder Generalsekretär, betonte Lugar, der früher schon einmal den Klubobmann für die Oppositionspartei gemacht hat.

Kommentare

Ich hoffe Sie hat mein Email gelesen und denkt über den Wechsel nach.

Ich bin das genaue Gegenteil vom Frank.
Der Frank hat Geld aber kein Parteiprogramm.
Ich habe ein Parteiprogramm aber kein Geld.

http://WeltWeiterWohlstand.org

Rund 10 Millionen p.a. kostet diese Partei dem Steuerzahler. Die Gegenleistung ist Null. Daher gehört sie wegen völliger "Unwirtschaftlichkeit" geschlossen. Viele dieser Mandatare im Bund und in den Ländern sind ohnehin nur politischer Treibsand, die geldgierig dort andocken, wo gerade die Chance auf ein Abgeordnetenmandat winkt. Solche Pfründner soll der Steuerzahler durchfüttern? Schluss damit!

ja wo ist denn unser Kampfposter christian95?
wird wohl nicht ein Neo-Wähler sein?

Es ist einfach Betrug am Wähler. Man sollte darüber nachdenken wie man das alles annullieren kann. Von Steuergeldern gar nicht zu sprechen. Wenn ein normaler Bürger betrügt wird er bestraft. Bei Politikern anscheinend Kavaliersdelikt.

Ein Desaster, diese Partei. Die gestrige im Zentrum-Sendung war vergeudete Fernsehzeit. Einfach fürchterlich.

Franks Experiment ist gescheitert. Sperrt den Laden zu und erspart dem Steuerzahler die Vergeudung von Steuergeld, denn gebracht hat diese Partei der österreichischen Bevölkerung nichts.

Robert Cvrkal

Wie man hinter den Inhalten einer Partei stehen kann aus dieser aber gleichzeitig austritt ist ein Geheimnis, das Kathrin Nachbaur trotz mehrmaligen NACHFRAGEN im ORF nicht gelöst hat.

Nachdem das Team Stronach viel Steuergeld kassiert (Clubförderung, Parteiförderung, Akademieförderung) hat die Bevölkerung ein Recht und die Mandatare die Pflicht zur Aufklärung, wie es weitergehen soll.

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