Machtkampf in Elfenbeinküste zu Ende:
Abgewählter Präsident Gbagbo verhaftet

Riesenjubel in der Millionenstadt Abidjan Britischer Außenminister fordert fairen Prozess

Machtkampf in Elfenbeinküste zu Ende:
Abgewählter Präsident Gbagbo verhaftet © Bild: REUTERS/TCI via Reuters TV

Der blutige Machtkampf in Cote d'Ivoire ist vorbei. Nach monatelangem Widerstand wurde der abgewählte Präsident Gbagbo in seiner belagerten Residenz in Abidjan festgenommen und ins Hauptquartier seines Widersachers Ouattara gebracht. Die Nachricht wurde von vielen Bürgern der vom Bürgerkrieg gebeutelten Millionenstadt mit Jubel aufgenommen. Auch international wurde die Festnahme begrüßt.

In einer kurzen Fernsehansprache forderte Gbagbo, der nur mit einem Unterhemd bekleidet festgenommen worden war, seine Anhänger am Abend auf, die Waffen niederzulegen. "Lasst uns das Kämpfen beenden, damit das Land schnell zur Normalität zurückkehrt", sagte er in dem von Ouattara-Treuen betriebenen Fernsehsender TCI.

Gbagbo hatte sich am Montagnachmittag in seiner Residenz ergeben, die von französischen Soldaten und den Republikanischen Truppen Ouattaras umstellt war. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich wies jede Beteiligung an der Festnahme von sich. "Zu keinem Augenblick sind die französischen Soldaten in den Park oder die Residenz des Präsidenten eingedrungen", hieß es. Angeblich hatten Ouattaras Republikanische Truppen (FRCI) Gbagbo abgeführt.

Gbagbo "ist mit seiner Familie und einigen Kollaborateuren hier", sagte Ouattaras Sprecher Patrick Achi aus dem Golf Hotel in Abidjan, wo der Wahlsieger Ouattara sein Hauptquartier hat. "Ich habe das Vergnügen, Ihnen die Festnahme von Monsieur Gbagbo bekanntzugeben. Er lebt und ist wohlauf", sagte Ouattaras UN-Botschafter Youssoufou Bamba am Rande der UN-Sicherheitsratssitzung in New York. Auch er betonte, dass ivorische Soldaten Gbagbo festgenommen hätten. "Berichte, nach denen es französische Truppen waren, sind falsch."

EU begrüßt Festnahme
Die EU-Außenbeauftragte Ashton begrüßte die Festnahme als "kritischen Schritt" in der Lösung der seit nahezu fünf Monaten andauernden Krise in der Elfenbeinküste. Die Europäische Union habe bereits Sanktionen auf ivorische Exportgüter aufgehoben. Für die Zukunft kündigte Ashton eine langfristige Unterstützung der EU beim Wiederaufbau des Landes an.

Auch die USA sagten Hilfe zu. "Wir freuen uns darauf, mit Präsident Ouattara zu arbeiten, während er seine Pläne für Aussöhnung, wirtschaftliche Entwicklung und Erholung umsetzt", sagte US-Außenministerin Clinton am Montag in Washington.

(apa/red)