Macho erinnert sich nicht an die Kollision:
Goalie will sich demnächst Video ansehen

Prellungen werden derzeit im Teamcamp behandelt Keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen gefordert

Macho erinnert sich nicht an die Kollision:
Goalie will sich demnächst Video ansehen

Jürgen Macho lässt derzeit seine Prellungen vom Horror-Zusammenstoß mit Peter Crouch im Camp der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in Lindabrunn behandeln. Die TV-Bilder vom Crash mit dem baumlangen englischen Stürmer hat sich der AEK-Athen-Legionär, dem es nach eigenen Angaben "den Umständen entsprechend gut" geht, aber noch nicht zu Gemüte geführt.

"Ich werde das in den nächsten Tagen machen. Für mich ist es wichtig, das Ganze jetzt zu verarbeiten", sagte Macho, der nun die mediale Aufmerksamkeit wieder ausschließlich auf das Tunesien-Match gerichtet sehen will und zurück nach Athen fliegt. Am Wochenende wird der 13-fache Internationale für AEK aber ziemlich sicher noch nicht im Einsatz sein. "Meine Gesundheit geht vor. Ich werde sicher nichts riskieren."

An die Kollision selbst kann sich Macho nicht mehr erinnern. "Das Letzte, was ich weiß ist, wie Beckham geflankt hat und ich den Ball ausgelassen habe (Anm.: Diese Aktion passierte rund eine Minute vor der Kollision)." Danach sei er erst wieder im Krankenwagen völlig zu sich gekommen.

Macho schwebte in Lebensgefahr
Macho war nach dem Zusammenstoß einige Minuten bewusstlos und sogar ein bis zwei Minuten ohne Luftzufuhr, weil er seine eigene Zunge verschluckt hatte. Im schlimmsten Fall hätte diese Aktion mit seinem Tod enden können, dennoch wünscht sich der 30-Jährige keine zusätzlichen Schutzvorkehrungen für Torhüter.

"Solche Unfälle passieren einfach, und so etwas wird immer wieder passieren", meinte Macho und lag damit auf einer Wellenlänge mit seinen Tormann-Kollegen Alexander Manninger und Helge Payer - Letzterer betonte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es durchgeht, dass jeder Tormann einen Kopfschutz trägt."

Manninger erteilt Protektoren Absage
Manninger stellte die Sinnhaftigkeit eines Helms, wie ihn etwa der tschechische Chelsea-Keeper Petr Cech seit seinem im Oktober des Vorjahres erlittenen Schädelbruch trägt, infrage. "Vielleicht hilft es bei gewissen Zusammenstößen, aber nicht bei solchen wie bei Macho." Er werde auch künftig keinen "Kopfschmuck" tragen. "Für mich ist das noch nie zur Debatte gestanden, über so etwas habe ich mir noch nie Gedanken gemacht."

So wie Macho fordert auch Manninger, dass der sportliche Bereich wieder in den Mittelpunkt rückt. "Fußball ist eben ein Kampfsport. Die Tormänner sind die einzigen Spieler, denen der Gegner nur entgegenkommt. Dafür trainiert man und stellt sich darauf ein, dass es einmal krachen könnte", behauptete der Ex-Salzburg-Schlussmann, der so wie bis am Freitag auch Macho noch nie in seiner Karriere in einem Match das Bewusstsein verlor. Payer hingegen wurde nach eigenen Angaben ein Mal in einem Nachwuchs-Match ohnmächtig.
(apa/red)