Lungenpest im Kongo ausgebrochen: Hilfsorganisation will Epidemie verhindern

Krankheit taucht immer wieder auf, diesmal aber heftiger Ärzte ohne Grenzen behandelt Infizierte mit Antibiotika

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichteten am Mittwoch vom Ausbruch der Lungenpest im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Zwei Teams seien bereits in dem Gebiet im Einsatz. Im Gesundheitsbezirk Dingila - er umfasst die Orte Zonia, Kana und Mambenge - wurden im Rahmen einer Untersuchung zwischen dem 14. und 16. Februar 93 Menschen gefunden, die mit der tödlichen Krankheit infiziert waren, so die Hilfsorganisation in einer Aussendung.

Berichten zufolge liegt der Ursprung des Ausbruchs in Zobia, rund 190 Kilometer von der Stadt Buta entfernt. Während sich ein Team von Ärzte ohne Grenzen vor allem um Patienten in Zobia kümmert, wird das zweite die wichtigsten Verkehrsadern in der Gegend unter die Lupe nehmen, um diejenigen aufzuspüren, die aus Angst vor Ansteckung und vor gewalttätigen Ausschreitungen in der Region aus Zobia geflohen sind.

Besonders heftiger Ausbruch
Die Krankheit ist laut der Organisation eine Form der Pest, die vor allem die Lungen angreift. Obwohl sie in der DRK endemisch (zyklisch wiederkehrend, Anm.) vorkommt, wird dieser Ausbruch als besonders heftig eingestuft. Die Lungenpest ist hochgradig ansteckend, wird durch Niesen und Husten übertragen und führt schnell zum Tod. Die Inkubationszeit beträgt 24 bis 72 Stunden, und der Tod durch Ersticken tritt einen Tag später ein.

"Die Pest wird durch die Bakterie 'Yersinia Pestis' verursacht und greift vorwiegend wilde Tiere wie beispielsweise Ratten an", erklärte Alain Decoux, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen. "Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Biss von infizierten Flöhen. Ein weit verbreiteter Glaube ist es, dass die Ausrottung von Ratten die Pest stoppen könnte. Das ist falsch. Denn ohne Ratten fehlt den Flöhen das lebensnotwendige Blut. Und so suchen sie sich alternative Quellen, wie beispielsweise den Menschen."

Die Pest kann mit Antibiotika geheilt werden, vorausgesetzt der Patient wird rechtzeitig gefunden. Aber den hohen Ansteckungsgrad zu verringern ist schwierig, da die Patienten während ihrer Krankheit isoliert werden müssen. "In einer Gegend wie Buta ist das eine große Herausforderung", sagt Decoux.
(apa)