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Lukas Hinterseer:
Der neue Blitz von Kitz

Auch ihm laufen die Damen nach. Doch statt Fell-Moonboots trägt er Fußballschuhe.

Lukas Hinterseer - Der neue Blitz von Kitz. © Bild: GEPA pictures/ Amir Beganovic

Das offensive Lächeln, der Blick, die kecke Frisur: Wenn man es weiß, kann man im Neffen den Onkel schon wiedererkennen. Den Onkel Hansi, der, kaum glaubt man es noch, einmal ein Slalomläufer von Weltformat war.

Lukas Hinterseer ist 22, Nationalkicker bei Wacker Innsbruck und Hansi Hinterseers Neffe. Beide Kitzbüheler haben außer der sportiven Ader noch eine gewisse Wirkung auf Damen gemeinsam. Dass der jüngere Hinterseer vom Gebrauch der Onkel-obligaten Moonboots barmherzig Abstand nimmt, räumt ihm dabei beste Chancen auch bei der jüngeren Generation ein.

Mit seinen 22 misst Lukas Hinterseer nicht nur 1,92 Meter, er hat auch das Zeug zum sportiven Großformat. Anwandlungen, eine Erbpacht zu beziehen, widerstand er dabei. Großvater Ernst Hinterseer, Onkel Hans und Vater Guido waren allesamt Schirennläufer. Mit der frostigen Profession hat der Junior indes nach anfänglichem Interesse nichts im Sinn. Eine gut angebahnte und erfreulich verlaufende Fußballkarriere führte ihn bis ins Team. "Von Anbeginn habe ich gelernt, mich durchzusetzen und selbständig durchs Leben zu gehen“, erzählt er im NEWS-Gespräch.

Der Sturm nach oben.

Aufgewachsen ist der gebürtige Tiroler in Wien, weil der Vater da arbeitete. Wochenendbesuche bei Großvater Ernst in Kitzbühel weckten in ihm den Wunsch, ebenfalls Skifahrer zu werden. "Erst als wir 2001 wieder nach Kitzbühel gezogen sind, war alles anders. Das Skifahren wurde plötzlich uninteressant und ich wollte nur noch Fußball spielen. Das ist zwar etwas komisch, war aber gut so“, sagt er, offenbar ein Widerstandsgeist.

Die Karriere als Kicker begann relativ spät, mit zehn Jahren erst. Vier Jahre später übersiedelte er aus dem familiären Umfeld in ein Innsbrucker Internat, um beim damaligen Zweitligisten und nunmehrigen Bundesliga-Verein FC Wacker trainieren zu können. Dort bestritt er 51 Spiele als Stürmer und Mittelfeldspieler, schoss 23 Tore.

Nach dem Umweg über andere Vereine holte ihn Innsbruck-Trainer Roland Kirchler wieder zum Stammverein. Seither hat er ein Stammleiberl in der Bundesliga und stieg im Oktober 2013 überraschend schnell in die Nationalmannschaft auf. "Das ganze letzte Jahr war ein Wahnsinn. Jetzt kennt man mich, vor allem in Tirol. Es ist ja schon lange her, dass ein Tiroler im Team spielte“, zeigt er regionalen Patriotismus.

Lukas Hinterseer - Der neue Blitz von Kitz.
© Getty Images/Christian Hofer Der talentierte Fußballer in Aktion.

Die zwingende Frage, ob der Name (Hinterseer, nicht Lukas) manchmal mehr Fluch als Segen gewesen sei, beantwortete Lukas Hinterseer ohne lange nachzudenken mit "Nein“: "Ich weiß ja nicht, was hinter meinem Rücken so alles geredet wird. Natürlich gab es am Anfang ein paar Scherzkekse, die meinten, ich solle lieber Skifahren als Fußballspielen, aber das hat sich dann relativ schnell geändert.“

Der junge Torjäger aus dem Westen macht nun anderen Träumern Hoffnung: "Man muss einfach nur Spaß an der Sache haben, dann geht alles.“

Geordnetes Spiel, privates Chaos.

Er hat es weit gebracht, doch er will mehr: "Jetzt geht’s erst richtig los! Ich bin froh, dort zu spielen, wo ich gerade bin. Aber natürlich ist es früher oder später schon mein Ziel, in eine der großen Ligen zu wechseln. Also nach Deutschland, England, Spanien oder Italien. Es wäre toll, Woche für Woche vor 60.000 Menschen oder mehr spielen zu dürfen.“ - Denn derartige Menschenmassen sieht er derzeit nur im Skistadion seiner Heimatstadt Kitzbühel.

Trotz des plötzlich gestiegenen Aufsehens um seine Person ist er ein bodenständiger junger Mann geblieben, der nicht nur seine guten Eigenschaften zu schätzen weiß, sondern auch über seine schlechten lachen kann: "In meiner Wohnung herrscht das Chaos, ich bin total unordentlich. Zum Glück habe ich meine Freundin Victoria. Sie hilft mir regelmäßig dabei, verlorene Gegenstände wieder zu finden.“

Womit der Frauenschwarm allfällige Aspirantinnen über die Situation nicht im Unklaren lässt: Seit zwei Jahren ist er an die 20-jährige Victoria vergeben. Wer dennoch nicht aufgeben mag, kann zumindest zur Besichtigung antreten, sinnvollerweise beim Hahnenkammrennen: eher abseits des Jet-Sets, gern in der Lieblingspizzeria "Centro“. Oder in der Pension "Hansi Hinterseer“, versteht sich.

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