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Lugners Wahl-Check

NR-Wahl - Lugners Wahl-Check © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Richard Lugner ist nicht nur in den Klatschspalten vertreten, sondern verfolgt auch das politische Geschehen sehr genau. Was hält der Baumeister, der bei der letzten Präsidentschaftswahl kandidierte, von Kern, Kurz und Co.? Wir haben beim "Experten" nachgefragt und präsentieren eine Analyse mit Augenzwinkern.

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Abseits seines "Streichelzoos" hat Richard Lugner auch noch andere, viel ernsthaftere Interessen. Das politische Geschehen zum Beispiel. Wie schlagen sich die Kandidaten im Wahlkampf zur Nationalsratswahl 2017? Wem räumt er die besten Chancen ein?

SPÖ - Christian Kern

Geht es nach Richard Lugner, wird Christian Kern den Kanzlerposten nach der Wahl abgeben müssen. Er habe sich bisher zwar ganz gut geschlagen (auch in der Puls-4-Elefantenrunde, die sich Lugner nicht entgehen hat lassen), doch Mörtel meint, dass Kern das kürzlich veröffentlichte Dossier über seine Person zu sehr schaden könnte. Der Kanzler verspreche ihm während des Wahlkampfs zudem zu viel, so Lugner. "So viel wie er jetzt verspricht, hätte er während der Legislaturperiode umsetzen sollen", meint der 84-Jährige.

ÖVP - Sebastian Kurz

"Der Kurz wird gewinnen", ist sich Richard Lugner so gut wie sicher. Er habe zunächst seine Bedenken gehabt, doch der neue ÖVP-Chef sei "rhetorisch gut" und habe im bisherigen Wahlkampf keine Fehler gemacht. Geht es nach Mörtel, wird Sebastian Kurz Österreichs nächster Kanzler - und koaliert dann wohl mit der FPÖ. Warum nicht wieder mit der SPÖ? "Man kann nicht wieder etwas machen, das einem nach 60 Jahren beim Hals raushängt", meint Lugner.

© Richard Lugner privat Richard Lugner als Sebastian Kurz in der ORF-Sendung "Wir sind Kaiser"

FPÖ - Heinz-Christian Strache

Damit wären wir auch bereits bei Heinz-Christian Strache, den Lugner im Wahlkampf gleichauf mit Kanzler Kern sieht. Auch der FPÖ-Chef habe seine Themen bisher "gut rübergebracht", meint der Lugner-City-Besitzer. "Kurz und Strache haben eine ähnliche Ansicht, sie werden sich zusammenraufen", ist der 84-Jährige überzeugt. Kurz sei neu als Chef und Strache habe noch keine Regierungserfahrung, das passe letztlich gut zusammen. Wie die rot-blaue Koalition im Burgenland würden sich ÖVP und FPÖ "weniger bekriegen" als ÖVP und SPÖ.

Grüne - Ulrike Lunacek

Den Grünen traut Richard Lugner bei der Nationalratswahl nicht viel zu. "Ulrike Lunacek und die andere (gemeint ist Bundessprecherin Ingrid Felipe, Anm.) haben es schwer", meint der Baumeister. Mit Eva Glawischnig nahm die "grüne Galionsfigur" den Hut, auch Peter Pilz ist weg, dazu die Querelen um die Jungen Grünen. "Für sie kann es gefährlich werden", erklärt Lugner und meint damit, dass die Partei womöglich den Einzug ins Parlament verpassen könnte.

Neos - Matthias Strolz

Ebenso gefährlich werden könnte es für Matthias Strolz und seine Neos. "Sie haben das Problem, dass sie eine ÖVP-Abspaltung sind", meint Lugner. Nach der Machtübernahme durch Sebastian Kurz könnten einstige ÖVP-Wähler nun wieder ins türkise Lager wechseln. Auch Irmgard Griss' Zeit sei vorbei, ihr "Glanz ist verblasst", meint Lugner, der bei der Bundespräsidentschaftswahl gegen die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs antrat.

© ORF/MILENKO BADZIC Irmgard Griss und Richard Lugner bei der ORF-Pressestunde anlässlich der Präsidentschaftswahl

Liste Pilz - Peter Pilz

Das Antreten von Peter Pilz sieht Richard Lugner durchaus positiv. "Ich glaub schon, dass er Chancen hat, ins Parlament einzuziehen", meint er. Sein Problem sei jedoch, dass er keine Plakate und kaum Geld habe. Und das Schlimmste: der ORF bietet Pilz keine Bühne. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass es ein großes Manko sei, vom ORF nicht berücksichtigt zu werden, meint Lugner. "Der ORF ist eine große Bühne, weil die Leute schauen das halt, das ist einfach so", meint Lugner.