Lufthansa als Partner von AUA fast sicher: Strategie-Check nur noch zur Absicherung

FORMAT: Bis zu 90 Mio. wird Fluglinie heuer verlieren Kritische Stimmen gegen die Deutschen werden leiser

Lufthansa als Partner von AUA fast sicher: Strategie-Check nur noch zur Absicherung © Bild: APA/Hochmuth

Die drei AUA-Vorstände hatten Medienvertreter zum lockeren Sommer-Talk in ein Wiener Lokal namens "Wolke 21" geladen. Daraus wird nichts. Der Termin ist abgesagt - mit der Begründung, dass die AUA-Führung zum gestarteten Projekt "Strategische Optionen" in den kommenden Wochen keine Aussage treffen kann. Die Vorgangsweise ist nachvollziehbar. Der Maulkorb, den sich AUA-Boss Alfred Ötsch und seine Kollegen auferlegt haben, ändert aber wenig daran, dass es kein großes Geheimnis ist, was beim Check der Zukunftsstrategien für die AUA herauskommen wird. Ob die Staatsairline einen Partner braucht, ist nicht mehr die Frage - wer das sein wird, auch nicht mehr wirklich. In den Gremien der AUA setzt sich zunehmend die Überzeugung durch, dass an der Lufthansa kein Weg vorbeiführt.

Nur mehr vereinzelt Kritik
Auch aus der Politik werden die Stimmen gegen die Deutschen leiser. Nur manche SPÖ-Vertreter hängen weiter rot-weiß-roten Vorstellungen nach. So verlangt Christa Kranzl, Staatssekretärin im Infrastrukturministerium, dass die AUA "mehrheitlich österreichisch" bleiben muss. Wohl eine Illusion.

Bis zu 90 Millionen Euro wird die AUA heuer verlieren. Ohne Partner würde das Minus im nächsten Jahr noch dramatischer - und die AUA wäre Ende 2009 wahrscheinlich ein Insolvenzfall.

Molterer
Finanzminister Wilhelm Molterer könnte sich mittlerweile schon einen Komplettverkauf der AUA vorstellen, meint aber, dass die SPÖ auf 25 Prozent Staatsanteil bestehen wird. Mit einer Minderheit wird sich kein Käufer zufrieden geben - bestenfalls in einem ersten Schritt: bis sich der Aktienkurs so weit erholt, dass die ÖIAG ihre AUA-Anteile ohne Verlust abgeben kann. Sie braucht dafür 7,15 Euro pro Aktie.

Absicherung
Strategie-Check dient nur noch der Absicherung. Bis Ende September soll der AUA-Deal mithilfe des Beraters Boston Consulting dicht gemacht werden. "Viele Entscheidungsgrundlagen sind schon vorbereitet", bestätigt AUA-Chef Ötsch. Und da liegt nach FORMAT-Informationen die Lufthansa klar vorn. Ansonsten hat die Air France ein vages, die Aeroflot ein konkretes Interesse bekundet.

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