Luftangriffe auf Tripolis: "Feindliche
Kreuzritter" setzen Beschuss auf Libyen fort

Gaddafi-Anhänger bilden menschliches Schutzschild Libyscher Machthaber droht mit Vergeltungsschlägen<br>Laut Fernsehen 48 Menschen getötet, 150 verletzt

Luftangriffe auf Tripolis: "Feindliche
Kreuzritter" setzen Beschuss auf Libyen fort © Bild: Reuters

Die westlichen Koalitionstruppen haben ihren Militäreinsatz gegen Libyen dem staatlichen Fernsehen zufolge fortgesetzt. Flugkörper seien in Teilen der Hauptstadt Tripolis eingeschlagen, berichtete der Sender. Der Angriff der "feindlichen Kreuzritter" gehe weiter. Dem Staatsfernsehen zufolge sind bisher 48 Menschen getötet und 150 verletzt worden. Machthaber Muammar al-Gaddafi drohte mit Vergeltungsangriffen.

Die internationale Gemeinschaft hatte am Samstag mit ihrem Militäreinsatz begonnen. Die Aktionen sollten noch ausgeweitet werden. Ziel sei der Schutz libyscher Zivilisten vor den Truppen Gaddafis, sagte US-Präsident Barack Obama. Es handelt sich um die größte internationale Militärintervention in der arabischen Welt seit dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak 2003.

Gaddafi: "Ungerechtfertigte Aggression"
Gaddafi sagte in einer vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Audiobotschaft, die Luftangriffe seien eine "ungerechtfertigte Aggression der Kreuzritter", gegen die das libysche Volk kämpfen werde. Der libysche Machthaber drohte mit Angriffen auf "zivile und militärische Ziele" im Mittelmeerraum. Er habe die "Waffendepots geöffnet, um die libyschen Massen zu bewaffnen".

Gaddafi-Anhänger bilden Schutzschild
Unterdessen strömten Gaddafi-Anhänger zu seinem Anwesen, um dort ein menschliches Schutzschild für ihn zu bilden. Die Tore waren entgegen der üblichen Gepflogenheiten weit offen. "Wir sind hier. Wir sind bereit, für unseren Anführer zu sterben", sagte eine Lehrerin. Auch ihre sechs Söhne wollten für Gaddafi kämpfen.

Giftgas-Vorräte?
Nach dem Beginn der Luftangriffe sorgen sich westliche Staaten einem Medienbericht zufolge offenbar um Giftgas-Vorräte Gaddafis. Mit Überwachungssatelliten werde ein Gebäude in einem abgelegenen Ort in der libyschen Wüste beobachtet, in dem rund zehn Tonnen Senfgas in mehreren Fässern aufbewahrt würden, berichtete die "Washington Post". Die Fässer seien südlich der Stadt Sirte (Surt) gelagert. Westliche Regierungsbeamte befürchten dem Bericht zufolge, Gaddafi könne das Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzen.

Auch Katar bald beteiligt?
An der Militäraktion gegen Libyen beteiligten sich die USA, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien. Am Sonntag kündigte auch Katar seine Teilnahme an. Details nannte Ministerpräsident Scheich Hamad bin Jassim al-Thani im Fernsehsender Al-Jazeera jedoch nicht. Die Situation in Libyen sei nicht akzeptabel, sagte er. Deshalb müssten auch arabische Staaten handeln.

UNO-Resolution nicht länger gültig?
Basis für die Intervention ist eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats. Das Gremium hatte die Einrichtung einer Flugverbotszone in dem nordafrikanischen Land beschlossen, wo Aufständische nach wochenlangen Kämpfen in die Defensive gedrängt worden waren. Obwohl die Regierung eine Waffenruhe verkündete, waren die Kämpfe zwischen den Gaddafi-Truppen und den Rebellen weitergegangen. Libyen forderte in der Nacht auf Sonntag eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates. Nach den westlichen Angriffen sei die Resolution 1973 nicht länger gültig, erklärte das Außenministerium in Tripolis.

"Barbarische Aggression"
Parlamentspräsident Mohamed Zwei verurteilte die westlichen Angriffe als "barbarische Aggression". Sie seien erfolgt, obwohl die libysche Regierung einen Waffenstillstand angekündigt habe. Es habe zahlreiche zivile Opfer und schwere Schäden der Infrastruktur gegeben. Als Reaktion auf die Angriffe kündigte Tripolis an, die EU nicht mehr in ihrem Kampf gegen die illegale Einwanderung zu unterstützen.

Panzer zerstört
Mit dem Militäreinsatz "Odyssey Dawn" ("Odyssee Morgendämmerung") gegen Gaddafis Truppen will die internationale Koalition unter der Führung Frankreichs, Großbritanniens und der USA die anhaltende Gewalt gegen Aufständische und Zivilbevölkerung stoppen. Die französische Luftwaffe begann die Offensive am Samstagnachmittag. Insgesamt seien vier Angriffe von Kampfjets vom Typ Rafale und Mirage 2000 geflogen worden, hieß es aus Militärkreisen in Paris. Dabei seien "mehrere Panzer" zerstört worden.

Afrika-Kommando koordiniert Angriffe
Nach Angaben eines ranghohen US-Militärvertreters beschossen britische und US-Streitkräfte am Abend von Schiffen und U-Booten aus mehr als 20 Ziele entlang der libyschen Küste, darunter Luftabwehrsysteme und strategisch wichtige Kommunikationspunkte der libyschen Truppen. Es seien mindestens 110 Marschflugkörper abgefeuert worden, sagte er in Washington. Der erste sei um 20.00 Uhr MEZ auf libyschem Boden eingeschlagen. Die Angriffe werden zunächst vom Afrika-Kommando der US-Streitkräfte (AFRICOM) koordiniert, das sein Hauptquartier bei Stuttgart hat.

Tripolis unter Beschuss
Am frühen Sonntagmorgen wurden Ziele in Tripolis aus der Luft angegriffen. Die libyschen Truppen aktivierten die Luftabwehr der Stadt. Dem libyschen Staatsfernsehen zufolge wurde ein französisches Kampfflugzeug in der Region Tripolis abgeschossen, Paris wies dies zurück.

Laut Staatsfernsehen wurden in vier libyschen Städten zivile Ziele bombardiert. Neben der Hauptstadt Tripolis habe es auch in den Städten Misrata, Zuwarah und Benghazi (Bengasi) Angriffe gegeben. Auch ein rund 15 Kilometer östlich von Tripolis gelegenes Krankenhaus sei getroffen worden. Zudem habe es Angriffe auf Gaddafis Geburtsstadt Sirte gegeben.

(apa/red)

Kommentare

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Der alte Schmäh Schon beim Sadam Hussein haben sie behauptet, dass er ABC-Waffen habe. Nachdem ihn die Amerikaner (indirekt) aufgeknüpft hatten, wurde bekannt, dass im ganzen Irak keine Giftwaffen gefunden worden sind. Jetzt wird derselbe Schmäh vom "Blacky" Obama angewandt. Egal wer bei diesen amerikanischen Idioten an der Macht ist. Sie glauben immer, dass sie die Retter der Welt sind (dabei geht es ihnen nur ums Öl) und dass die übrige Welt ihnen den Schmäh mit den Giftwaffen abnimmt. Dazu müsste der Rest der Welt schon so dumm sein, wie die Amerikaner samt ihrem "Blacky Obama". Der ist um keinen Deut besser als der Bush. Sihe Schließung von Guantanamo. Das wollte er auczh innerhalb eines Jahres schließne nun sind zwei jahre vergangen und im Gegenteil ist er an einer OFFENHALTUNG INTERESSIERT WIE KEIN ANDERER!!!

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@ sidestep wegen "blacky obama" habe ich dich bei der staatsanwaltschaft angezeigt.

danke für deine mithilfe, dich endlich zu erwischen.

du wirst es schon noch lernen, habe wesentlich intelligentere als dich kleingekriegt.

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Re: Der alte Schmäh und das lustige daran, dem obama wurde 2009 der friedensnobelpreis übergeben für seine außergewöhnlichen bemühungen den frieden zu erhalten.

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\"habe wesentlich intelligentere als dich kleingekriegt\" *rofl*

Deine Sorgen möchte ich echt nicht haben ...

Aber das Motto des Maoismus hast du damit natürlich gekonnt umgesetzt ... "Die Intelligenten kleinkriegen". ;-)

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