Luft ist verpestet, Flüsse sind verdreckt: China steht vor einer schwerer Öko-Krise

Minister: Gefahr von Umweltkatastrophen steigt Politiker macht sich für erneuerbare Energien stark

China steht nach Einschätzung des stellvertretenden Umweltministers des Landes, Pan Yue, kurz vor der ökologischen Katastrophe. "China steckt in der Umweltkrise, wir dürfen uns da nichts vormachen", sagte Pan dem Düsseldorfer Handelsblatt.

In jeder dritten Stadt sei die Luft stark verpestet, 90 Prozent aller Flüsse, die durch Städte fließen, seien verdreckt, 300 Millionen Bauern hätten keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser. "Wassermangel und Wasserverschmutzung bedrohen die Wirtschaftsentwicklung, die Stabilität der Gesellschaft und die Gesundheit der Menschen." Weil noch in vielen Unternehmen veraltete und schlecht gewartete Anlagen stünden, steige die Gefahr von Umweltkatastrophen.

Pan gilt als "grüner" Vordenker der Regierung und hat die Rückendeckung der chinesischen Führungsspitze. Er räumte nach Angaben des Blattes ein, dass die Regierung zwar viele Gesetze gegen die Umweltverschmutzung erlassen habe, diese aber in vielen Regionen und von vielen Unternehmen nicht beachtet würden.

Der Politiker forderte laut dem Bericht höhere Preise für Wasser und Strom, um Industrie und Bevölkerung zum Sparen zu animieren. Zudem müssten erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft oder die Solarenergie viel stärker als bisher eingesetzt werden, um die Umwelt bei der Energieerzeugung zu entlasten. China müsse jetzt handeln, denn das Land stehe "wegen der enormen Wirtschaftsentwicklung unter einem Umweltdruck, den noch kein anderer Staat erlebt hat", zitierte die Zeitung den Vize-Umweltminister. (apa)