Luca Toni gibt sich noch nicht geschlagen:
"Haben Schlacht verloren, nicht den Krieg"

Squadra ist nach 0:3 noch enger zusammengerückt "Möchten auch für kritisierten Donadoni gewinnen"

Luca Toni gibt sich noch nicht geschlagen:
"Haben Schlacht verloren, nicht den Krieg" © Bild: AP/Tarantino

Luca Toni ist ein eloquenter Mann. Falls der Stürmerstar in Bern bei der 0:3-Schlappe der italienischen Fußball-Nationalmannschaft zum EM-Gruppen-Auftakt gegen die Niederlande nur ein wenig von der Souveränität und Präsenz wie bei der Pressekonferenz in der Casa Azzurri gehabt hätte, wären die Weltmeister wohl nicht gedemütigt vom Spielfeld des Stade de Suisse geschlichen.

Der Bundesliga-Torschützenkönig parierte alle Fragen freundlich, schnell, flüssig, routiniert. Nicht ein einziges Mal kam er ins Stocken. Die "hässliche" Niederlage gegen die Niederländer hatte der fesche Toni offenbar auch in Eilzugstempo verarbeitet, war aber natürlich noch die eine oder andere Anmerkung und Feststellung wert. Der Hüne im Bayern- und Azzurri-Trikot strahlt ein beneidenswertes Selbstbewusstsein aus, das wohl nicht nur seinen vielen Toren zuzuschreiben ist.

"Waren nicht viel schlechter als die Holländer"
"Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg", tönte Toni. Noch gebe es zwei Möglichkeiten die Auftaktscharte auszumerzen. Man könne immer noch Geschichte schreiben und nach dem WM- auch den EM-Titel holen. Das Spiel gegen die Niederländer war schief gelaufen, das kann passieren. "Wir ärgern uns darüber selbst am meisten. Gianluigi Buffon hatte sich bei den Tifosi entschuldigt, aber diese wüssten, was die Squadra vorher geleistet hätte und werde weiter hinter ihnen stehen. "Immerhin waren wir nicht viel schlechter als die Holländer und nach der schlechten ersten Hälfte haben wir in der zweiten besser gespielt und auch mehre Tormöglichkeiten gehabt, sie leider nicht genützt," so der 31-Jährige.

"Die Kritik nach dem 0:3 geht in Ordnung, die muss akzeptiert werden. Aber nun heißt es, vollste Konzentration auf das Spiel gegen die Rumänen in Zürich. Wir wissen von der Bedeutung der Partie," meinte Toni, der überzeugt ist, dass es gegen die recht defensiv eingestellten Rumänen nicht viele Torchancen geben werde, "aber es wird ein anderes Ergebnis als gegen die Holländer".

Gegen Rumänien mussen drei Punkte her
"Das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte machen. Wir kennen unsere Stärke, müssen dies aber auch auf dem Spielfeld beweisen. Wir möchten nach den zwei Spielen wieder dort stehen, wo Italien vor dem ersten Match war", sagte der 34-fache Teamspieler. Die ganze Mannschaft habe es gegen die Oranjes schlecht gemacht, ist aber nach dieser Schlappe enger zusammengerückt. Man möchte auch für Roberto Donadoni gewinnen, weil der viel zu viel kritisiert werde.

Was das System betreffe, so hätte die Squadra egal ob 4-3-3 oder 4-4-2 gut und erfolgreich gespielt. "Und ich habe mit einer zweiten Sturmspitze oder mit zwei Außen auch schon Spiele ohne Torerfolg absolviert. Gegen die Niederländer ist es mit der Hereinnahme der Stürmer Del Piero, Cassano in der Offensive besser geworden, aber das war auch schon ab der 46. Minute. Über eventuelle Änderungen wird der Teamchef entscheiden, auch ich muss um mein Leiberl kämpfen", sagt Toni, dessen Fitness von so manchen angezweifelt wird. "Mir geht es konditionell gut, nicht viel anders als bei den Bayern", behauptet er.

Luca Toni weiß um seine Verantwortung für die Squadra. "Sie hängt sehr von meinen Toren ab (Anm.: bisher waren es 15), aber es ist egal, wer trifft. Hauptsache überhaupt." Italien spiele immer gut, wenn es mit den Rücken zur Wand stehe, "auch weil die Mannschaft das in weniger wichtigen Partien schon bewiesen habe".

(apa/red)

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