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Der Datenturbo LTE

Was hinter der nächsten Funktechnologie steckt: Die 9 wichtigsten Fakten im Überblick.

LTE (4G) Feature © Bild: Thinkstock

Das neueste Smartphone oder schnellste Tablet macht nur halb so viel Sinn, wenn die Internetanbindung unterwegs lahmt. Mit dem 3G-Netz stößt man in Zeiten hochauflösender Inhalte rasch an seine Grenzen, das Zauberwort der Mobilfunkbranche für die Lösung dieses Problems heißt LTE (4G). Aber was genau steckt dahinter? NEWS.AT hat die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Was bedeutet LTE?

Hinter LTE (4G) verbirgt sich die Abkürzung für Long Term Evolution. Angefangen hat alles mit dem D-Netz vor rund 30 Jahren, es folgte GSM und zum Höhepunkt der dot.com-Krise die dritte Mobilfunkgeneration UMTS. Mit der gerade in Implementierung befindlichen vierten Generation LTE (Long Term Evolution) soll nun das bestehende Netz nochmals deutlich schneller werden. In der Anfangsphase soll die Übertragungsrate 150 Megabit pro Sekunde betragen, in der Endstufe 300 Megabit pro Sekunde.

Der Telekomausrüster ZTE schätzt, dass die drei verbleibenden heimischen Mobilfunkbetreiber A1 (Telekom Austria) "3" (Hutchison) und T-Mobile noch bis zu 1,5 Mrd. Euro für den Endausbau des Datenturbos LTE ausgeben werden müssen. Mit den um 2 Mrd. Euro ersteigerten Lizenzen kostet der Netzausbau somit rund 3,5 Mrd. Euro, rechnete der Vertriebschef von ZTE-Österreich, Alexander Schuster, vor.

Wie funktioniert LTE?

LTE hat den großen Vorteil, dass Mobilfunkbetreiber diesen 4G-Standard in ihr bestehendes Funknetz integrieren können. Abgesehen von den enorm teuren Lizenzen kann die Infrastruktur dadurch relativ einfach und kostengünstig als Ergänzung zum weiterhin bestehen 3G-Netz angeboten werden. Das Signalaufbauschema der Mobilfunknetze bleibt prinzipiell gleich. Funkzellen, in denen die User mit ihren Endgeräten Verbindungen herstellen, bilden ein möglichst flächendeckendes Netz.

Der Endverbraucher profitiert von der Geschwindigkeit, mit LTE können nach derzeitigem Stand bis zu 150 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Zum Vergleich: Die davor schnellste Möglichkeit, mobiles Internet zu beziehen, liegt mit HSDPA+ bei (theoretischen) 42 Megabit pro Sekunde. Der Nachteil bleibt aufgrund des unveränderten Systems gleich: Alle User einer Funkzelle teilen sich die maximal zur Verfügung stehende Bandbreite. Das bedeutet, dass auch bei LTE die Verbindung langsamer wird, je mehr Nutzer in einer Funkzelle aktiv sind.

Was benötigt man für LTE?

Um in den Genuss des Datenturbos für mobile Endgeräte zu kommen, müssen drei Gegebenheiten erfüllt sein: Zum einen muss man ein entsprechendes Tarifmodell bzw. -paket beim Mobilfunkanbieter nutzen. Zum anderen benötigt man entsprechende Endgeräte, denn nicht jedes Tablet oder Smartphone unterstützt LTE. Im Gegenteil, dieser Standard wird derzeit eher nur in Highend-Geräten verbaut, im günstigeren Segment lassen sich die Hersteller den Zusatz LTE als eigene Modellversionen oft mehr kosten.

Drittens hängt die effiziente Nutzung von LTE derzeit auch noch sehr stark davon ab, wo man es am meisten nutzen möchte. Wer sich die meiste Zeit über in den Ballungsräumen Österreichs befindet, wird aufgrund des fortgeschritteneren Ausbaus häufiger von der hohen Bandbreite profitieren, als jemand, der sich tendenziell mehr in ländlichen Gebieten aufhält.

Wer bietet LTE in Österreich an?

Alle drei Handynetzbetreiber Österreichs haben bei der Frequenzvergabe Lizenzen ersteigern können. A1, T-Mobile und "3" haben mit dem Ausbau schon begonnen, um die Fortschritte ist es allerdings noch unterschiedlich bestellt. Während A1 bereits bei einer österreichweiten Ausbaustufe von knapp 50% steht, beträgt die Netzabdeckung der Mitbewerber derzeit rund 25%. Sowohl bei T-Mobile als auch bei "3" soll sich der Wert bis Jahresende aber mindestens verdoppeln.

Wozu braucht man LTE?

Hohe Datenumsätze werden idealerweise mit hoher Datenübertragungsrate kompensiert. Wer also unterwegs am Smartphone oder Tablet viel im Internet surft, downloadet und öfters mal HD-Videos (YouTube) oder HD-Streaming schaut, wird von LTE ungemein profitieren. Gerade jetzt zu Beginn, wo die LTE-Netze noch relativ wenig genutzt werden.

Wenn man hingegen dem Smartphone-Typen zuzuordnen ist, der sich auf Telefonie, ein paar SMS und ab und zu mal den Download oder die Nutzung einer App beschränkt, kann man diesen Kelch noch getrost an sich vorüberziehen lassen.

Wieviel kostet LTE?

Abgesehen davon, dass die Tariflage am österreichischen Markt die Talsohle schon verlassen haben dürfte, ist LTE natürlich mit Mehrkosten verbunden. Bei A1 kostet der Aufpreis zu LTE 10 Euro im Monat zur bestehenden Grundgebühr. Auch bei "3" zahlt man für eine ungedrosselte Bandbreite extra. Bei T-Mobile bekommt man den vollen Datenturbo nur im teuersten Smart Net Tarif für knapp 50 Euro im Monat.

Unterm Strich bieten alle Anbieter bei LTE kräftig zur Kasse. Am "billigsten" ist derzeit noch A1 mit knapp 45 Euro pro Monat (Stand Ende März 2014).

Unterstützt mein Handy oder Tablet den LTE-Standard?

Automatisch nicht. Am besten sieht man dazu in der Bedienungsanleitung des Geräts oder auf der Herstellerseite im Internet nach, ob die eigenen Geräte diesen Standard schon unterstützen. Aufpassen: Selbst bei LTE-Unterstützung des Endgeräts kann es sein, dass der Mobilfunkanbieter die Frequenz des Geräts nicht unterstützt, am besten also hinsichtlich Modellversion auch beim Provider direkt nachfragen, bevor man einen Nutzungsvertrag abschließt.

Wie lange dauert der vollständige Ausbau von LTE in Österreich?

Bis ganz Österreich mit LTE versorgt ist, wird noch viel Wasser die Donau entlangfließen. Stand März 2014 ist derzeit A1 mit knapp 50% Netzabdeckung am weitesten, was auch daran liegt, dass der Ex-Monopolist die meisten Frequenzen gekauft hat. T-Mobile und "3" stehen erst bei rund 25%, bis Jahresende soll sich der Wert aber mindestens verdoppeln. Es dürfte also ungefähr noch bis Ende 2015 dauern, um sich als Endverbraucher auf eine wirklich flächendeckende Versorgung mit LTE verlassen zu können.

Wie zukunftssicher ist LTE?

LTE ist noch nicht einmal komplett ausgerollt, schon ist von LTE Advanced, kurz LTE-A, die Rede. Dabei handelt es sich um eine Protokollerweiterung, die Bandbreiten bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde ermöglichen soll. Bei der Anschaffung eines LTE-tauglichen Endgeräts fällt diese Bezeichnung zum Glück nicht ins Gewicht, weil diese Verbesserung abwärtskompatibel ist und auch ältere LTE-Geräte in den neuen Netzen genutzt werden können.

Kommentare

Hier ein lesenswerter Artikel, warum wir LTE nicht brauchen!

http://tinyurl.com/kp24oaj

Bei mir zuause: ADSL 11 / 0,7 MBit/sek,(Download / Upload) Mobil 7 / 2,4 MBit/sek Beides ausreichend, wüßte nicht wofür ich den Aufpreis zahlen sollte.

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