London-Anschlag von

Heldin behinderte Täter

Frau wollte Täter aufhalten - Getöteter Soldat war in Afghanistan stationert

London-Anschlag - Heldin behinderte Täter © Bild: Reuters, Getty Images/AFP

Eine Frau, die die Londoner Soldatenmörder zum Aufgeben überreden wollte, ist wegen ihrer Zivilcourage für die Briten zu einer Heldin geworden. Im Interview der Zeitung "The Guardian" (Donnerstag) erklärte sie, warum sie dabei keine Angst verspürte. Sie sei im Bus gesessen, als sie den Körper des getöteten Soldaten am Mittwoch kurz nach dem Angriff auf der Straße im Londoner Stadtteil Woolwich gesehen habe, berichtete Ingrid Loyau-Kennett.

Sie sei ausgestiegen, um zu sehen, ob sie Erste Hilfe leisten könne. Dann sei einer der Täter auf sie zugekommen - mit einer Schusswaffe in der einen und einem Fleischhauerbeil in der anderen Hand. "Ich hatte keine Angst, weil er nicht betrunken war und auch nicht unter Drogen stand", sagte Loyau-Kennett. "Er war normal. Ich konnte mit ihm sprechen und er wollte reden, und das haben wir gemacht."

Er habe ihr gesagt, er habe den Mann getötet, weil er Soldat sei und muslimische Frauen und Kinder im Irak und in Afghanistan umgebracht habe. Sobald die Polizei am Tatort eintreffe, wolle er die Polizisten ebenfalls umbringen. Nachdem er weggegangen war, ging die Frau zu dem zweiten Täter, der ein Messer in der Hand hielt.

Zusätzliceh Polizei für Champions-League Finale

"Er war ruhiger und schüchterner. Ich fragte ihn, ob er mir das, was er in der Hand hielt, geben wolle." Das habe er aber nicht gemacht. "Ich habe ihn gefragt: Willst Du weitermachen? Und er sagte: Nein, nein, nein." Als die Polizei kam, sei sie zurück zum Bus gegangen und habe gesehen, wie die Beamten den Männern in die Beine geschossen hätten.

Der getötete Soldat gehörte nach offiziellen Angaben vom Donnerstag dem "Royal Regiment of Fusiliers" an, einem Infanterie-Regiment der britischen Armee, wo er im Musikkorps die Trommel schlug. Er war Vater eines zweijährigen Sohnes und nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 2009 in Afghanistan und danach auch in Deutschland (Celle) stationiert.

Die Polizei erklärte, sie werde in den kommenden drei Tagen mit mehr als 1000 zusätzlichen Beamten im Einsatz sein, vor allem dort, wo sich Menschenmassen versammelten. Am Samstag findet in London das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund statt. Zehntausende Besucher aus Deutschland werden erwartet. Die Regierung hob die Terrorwarnstufe in London zunächst nicht an.

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