Loitzl überflügelt Seriensieger Ammann:
Steirer holt den Schweizer Star vom Himmel

Ammann dominierte die bisherige Saison deutlich "Stilist" Loitzl punktet in Garmisch mit Haltungsnoten

Loitzl überflügelt Seriensieger Ammann:
Steirer holt den Schweizer Star vom Himmel © Bild: Reuters/Dalder

Bisher waren die herausragenden Erfolge von Simon Ammann auf Großereignisse beschränkt. In dieser Saison hat sich der Doppel-Olympiasieger von 2002 und Weltmeister von 2007 mit fünf Saisonsiegen und drei weiteren Stockerlplätzen zum Dauergast am Siegespodest etabliert. Der 27-jährige Schweizer erlebt seinen mit Abstand erfolgreichsten Weltcupwinter. Auch die Vierschanzen-Tournee begann für Ammann mit Platz eins in Oberstdorf und zwei in Garmisch-Partenkirchen nahezu perfekt.

Die Führung in der Tourneewertung ist Ammann allerdings seit Donnerstag los. Der Österreicher Wolfgang Loitzl liegt nach seinem ersten Weltcup-Erfolg 0,5 Punkte vor dem Weltmeister. Ammann nahm die "Niederlage" gelassen hin. "Ich schaue nach vorne, der Rückstand ist gering. Der Zwischenstand ist schon gut so", meinte er. Sein bestes Gesamtergebnis auf den vier Schanzen ist ein dritter Platz aus der Saison 2006/07, in der der Überraschungs-Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City neuerlich zuschlug und bei der WM in Sapporo Gold und Silber holte.

Der vor der Tournee mit Ammann als Topfavorit gehandelte, 18-jährige Gregor Schlierenzauer, wurde von Ammann in Garmisch im K.o.-Duell im ersten Durchgang um sechs Meter distanziert und hat nach Rang vier als Gesamt-Dritter schon 23,8 Zähler Rückstand. "Es ist nicht mehr nur ein Duell Ammann gegen Schlierenzauer", betonte der Eidgenosse. "Es ist offensichtlich, dass Loitzl der stärkste Springer in der österreichischen Mannschaft ist", so Ammann, der der erste Schweizer Tournee-Sieger werden könnte.

"Er ist natürlich heiß"
Ammann sieht die beiden anstehenden "Heimspringen" in Innsbruck und zwei Tage später in Bischofshofen für sein österreichischen Konkurrenten nur bedingt als Bonus. "Wir werden sehen, wie es ist, wenn sie vor Heimpublikum springen. Zu Hause ist die Atmosphäre eine besondere, vielleicht ist es ein Vorteil, vielleicht auch nicht", meinte Ammann und spielte auf den Fan-Rummel und die zahlreichen Termine an.

Der Schweizer sprang bisher insgesamt fünf Meter weiter als Stilist Loitzl, ist aber wegen der deutlich schlechterer Haltungsnoten derzeit knapp im Hintertreffen. "Er ist nun natürlich heiß. Er hat eine riesige Routine", sagte Ammann über Loitzl, der schon dreimal hinter dem Schweizer Zweiter gewesen war. "Wolfgang hat es sich verdient, wenn ich mir seine Stilnote ansehe", gab Ammann, dessen Erfolge teilweise auch eine rot-weiß-rote Handschrift tragen, zu. In der Vorsaison legte der Vorarlberger Werner Schuster als Cheftrainer der Schweizer die Grundlagen für den aktuellen Höhenflug und mit Hilfe seines österreichischen Servicemannes hat Ammann seine Anlaufgeschwindigkeit, ein früheres Manko, deutlich erhöht.

Ergebnis Garmisch-Partenkirchen:
1. Wolfgang Loitzl AUT 276,3 Pkt. (134,5 m/136,5 m)
2. Simon Ammann SUI 274,6 (140,0/134,5)
3. Harri Olli FIN 258,6 (133,0/131,5)
4. Gregor Schlierenzauer AUT 257,6 (134,0/130,5)
5. Martin Koch AUT 249,0 (134,5/128,0)
6. Thomas Morgenstern AUT 248,5 (128,0/132,0)
7. Anders Jacobsen NOR 247,0 (134,0/126,0)
8. Martin Schmitt GER 245,2 (135,0/124,0)
9. Dmitrij Wassilijew RUS 239,6 (131,0/126,0)
10. Matti Hautamäki FIN 237,1 (130,5/124,0)
11. Emmanuel Chedal FRA 233,8 (128,5/125,0)
12. Andreas Küttel SUI 225,6 (128,0/121,5)
13. Roman Koudelka CZE 223,8 (124,0/124,5)
14. Michael Uhrmann GER 222,9 (126,5/121,5)
15. Ville Larinto FIN 221,9 (125,0/123,0)
16. Noriaki Kasai JPN 220,5 (125,0/122,5)
17. Jakub Janda CZE 220,2 (125,5/121,0)
18. Shohhei Tochimoto JPN 215,5 (124,0/121,0)
19. Anders Bardal NOR 215,1 (126,0/118,5)
20. Stephan Hocke GER 214,6 (125,5/119,0)
21. Ilja Rosljakow RUS 214,1 (118,0/126,5)
22. Andreas Kofler AUT 212,5 (120,5/122,0)
23. Yuta Watase JPN 212,0 (119,5/123,0)
24. Michael Neumayer GER 211,2 (127,5/116,5)
25. Jernej Damjan SLO 209,5 (126,5/116,0)
26. Daiki Ito JPN 207,3 (118,5/122,5)
27. Fumihisa Yumoto JPN 207,2 (116,0/125,5)
28. Denis Kornilow RUS 205,0 (124,0/116,0)
29. Kalle Keituri FIN 203,7 (126,5/112,5)
30. Andreas Wank GER 200,2 (118,0/121,0)
31. Robert Kranjec SLO 185,6 (119,0/113,0)

Tournee-Gesamtwertung nach zwei von vier Bewerben:
1. Loitzl 561,5 Pkt.
2. Ammann 561,0
3. Schlierenzauer 537,7
4. Olli 527,1
5. Wassilijew 524,0
6. Schmitt 519,0
7. Jacobsen 516,0
8. Morgenstern 503,2
9. Hautamäki 487,6
10. Chedal 485,5
11. Koch 482,5
Weiter:
22. Kofler 449,8
(apa/red)