Loitzl auf Platz sieben - ÖSV-Adler auf der Großschanze ohne eine Medaillenchance!

Gold holt Ahonen, Österreicher enttäuschen im Einzel PLUS: Alle Infos zum Triumph im Sprung-Teambewerb!

Janne Ahonen hat am Freitagabend vor 24.000 Zuschauern in Oberstdorf seine ausgezeichnete Saison mit seinem insgesamt fünften Weltmeister-Titel gekrönt. Der 27-jährige Finne, für den es der zweite Einzeltitel seit acht Jahren war, siegte mit 141,5 und 142,5 Metern sechs Zähler vor dem Norweger Roar Ljökelsöy und weitere drei vor dem Tschechen Jakub Janda, der schon auf der Normalschanze Silber geholt hatte. Die Österreicher konnten im dritten WM-Bewerb nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen, Wolfgang Loitzl war überraschend wie schon vom kleinen Bakken als Siebenter bester Österreicher.

Ahonen hat sich nach Bronze von der Normalschanze die insgesamt neunte WM-Medaille gesichert, das ist zuvor noch keinem Springer gelungen. Mit dem fünften WM-Titel (zuvor Normalschanze Einzel 1997 sowie Team-Gold 1995, 1997, 2003) hat er seine Ausnahmestellung neuerlich untermauert. Diesmal wird es keine Diskussionen geben, denn es gab wohl kaum jemanden, der dem zwölffachen Weltcup-Saisonsieger die Goldmedaille nicht gegönnt hat.

Die Konkurrenz war auf ausgezeichnetem Niveau, besonders spannend war der zweite Durchgang. Der Norweger Lars Bystöl segelte zwar auf 143 Meter hinunter (nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord), geriet aber in Rückenlage und landete auf Grund schlechter Noten nur auf Rang vier. Roar Ljökelsöy erlöste Trainer Mika Kojonkoski aber mit seiner ersten Einzel-WM-Medaille und der ersten für die norwegischen Springer bei dieser WM. Auch wenn der auffällig schlechte norwegische Punkterichter Sigbjörn Normann immer wieder aus der Wertung fiel und auch bei Ahonen patzte, der Sieg der "Air Janne", der Finnland das erste Gold in Oberstdorf brachte, war auch durch ihn nicht mehr zu verhindern.

Österreicher weit von Medaillen entfernt
Aus rot-weiß-roter Sicht hatten Martin Höllwarth und Loitzl als Achter bzw. Neunter mit nur neun bzw. 9,8 Punkten Rückstand auf Halbzeitleader Ahonen noch gewisse Medaillenchancen. Trotzdem war nicht mehr möglich als Rang sieben, worüber sich Loitzl aber getrost freuen durfte. Mit 135,5 und 136 Metern bewies der Steirer, dass er weiter im Aufwind ist. "Ich habe Grund zum Lachen, weil es im Training nicht so gut ausgeschaut hat. Das war ein Wahnsinns-Springen, sehr spannend und eine tolle Werbung für unseren Sport."

Martin Höllwarth, der zu den Favoriten gezählt hatte, wusste nicht recht was schuld war an seinem letztlich neunten Rang. "Vom Gefühl her war es ein guter Sprung. Es hat nicht ganz gereicht. Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich lass den Kopf nicht hängen, im Teambewerb werden wir wieder angreifen", sagte der 30-jährige Tiroler. Für den Team-Youngster Thomas Morgenstern, der auf Platz 15 landete, war die Enttäuschung sehr groß. "Es will einfach nicht sein. Ich könnte auch bei der Siegerehrung sein, aber es klappt einfach nicht."

Widhölzl fand positive Erkenntnisse
Andreas Widhölzl, der die 17. Position belegte, sah es positiv. "Ich habe in den vergangenen Tagen Probleme mit meinem System gehabt, bin so komisch verdreht gesprungen. Jetzt bin ich draufgekommen wie ich mir den Schuh binden muss, damit ich gerade runterkomme."

Cheftrainer Alex Pointner, der am Samstag zum abschließenden zweiten Teambewerb die Weltmeister-Mannschaft antreten lässt, war enttäuscht. "Wenn man auf die Ergebnisliste schaut, kann man nicht zufrieden sein. Aber im Team ist noch alles möglich." Das meinte auch Loitzl: "Wir können im Team wieder um Gold mitspringen. Es wird ein harter Kampf mit Finnland und Norwegen." Österreichs Springer mussten aber auch im zweiten Einzelbewerb einen Rückschlag einstecken, sie erleben bei dieser WM ein Wechselbad der Gefühle.

Großschanze:
1. Janne Ahonen FIN 313,2 Punkte (141,5/142,5 m)
2. Roar Ljökelsöy NOR 307,2 (140,5/138,5)
3. Jakub Janda CZE 304,2 (138,0/141,0)
4. Lars Bystöl NOR 300,4 (137,5/143,0)
5. Rok Benkovic SLO 300,0 (137,5/140,0)
6. Matti Hautamäki FIN 294,5 (136,5/136,0)
7. Wolfgang Loitzl AUT 291,7 (135,5/136,0)
8. Risto Jussilainen FIN 291,3 (136,5/137,0)
9. Martin Höllwarth AUT 289,8 (136,5/134,5)
10. Sigurd Pettersen NOR 283,9 (134,0/136,5)
11. Adam Malysz POL 280,5 (138,5/129,0)
12. Björn Einar Romören NOR 271,5 (132,0/130,5)
13. Jernej Damjan SLO 270,6 (133,0/129,0)
14. Michael Uhrmann GER 268,0 (129,5/130,5)
15. Thomas Morgenstern AUT 267,9 (132,5/128,0)
16. Martin Schmitt GER 261,1 (132,0/125,0)
17. Andreas Widhölzl AUT 258,3 (127,0/129,0)
18. Andres Küttel SUI 256,5 (123,5/131,5)
19. Georg Späth GER 252,8 (130,0/123,5)
20. Jörg Ritzerfeld GER 251,0 (131,5/121,0)
21. Tami Kiuru FIN 250,0 (129,5/123,0)
22. Dimitri Wassiliew RUS 248,4 (128,5/124,5)
23. Jan Matura CZE 242,8 (125,0/123,5)
24. Primoz Peterka SLO 240,0 (126,5/121,0)
25. Hideharu Miyahira JPN 239,0 (125,5/119,5)
26. Denis Kornilow RUS 238,9 (125,0/120,5)
27. Simon Ammann SUI 237,5 (127,0/118,0)
28. Jure Bogataj SLO 236,1 (123,0/121,5)
28. Takanobu Okabe JPN 236,1 (125,5/119,0)
30. Antonin Hajek CZE 229,7 (125,5/116,0)

(apa/red)