"Loch von 25 Millionen Euro im Jahr": ÖGB muss seine Finanzen unter Kontrolle bringen

Hundstorfer musste "Kredit" bei BA-CA aufnehmen Gewerkschaft nach Verkäufen aber fast schuldenfrei

Für die "Überlebensfähigkeit" des ÖGB müssten jetzt die nächsten Schritte gesetzt werden. Das erklärte ÖGB-Präsident Hundstorfer in einem Interview mit einer österreichischen Tageszeitung. "Wir müssen spätestens bis 2009 die Ausgaben an unsere Einnahmen angepasst haben, da klafft ein Loch von 25 Millionen Euro im Jahr."

Um die Abschlagszahlungen für seine Betriebspensionisten bezahlen zu können, habe sich der Gewerkschaftsbund 50 Millionen Euro bei der BA-CA "ausgeborgt", sagte Hundstorfer im "Standard". Der Kredit werde nach dem Verkauf der eigenen Bank, der BAWAG, und der ÖGB-Zentrale "so bald wie möglich zurückgezahlt".

"Das war mit Wertpapieren besichert. Wir zahlen den Kredit aus dem BAWAG-Verkauf und dem Verkauf der ÖGB-Zentrale zurück, sobald wie möglich, nächste Woche." Den vorübergehenden Rauswurf der kubanischen Kunden durch die BAWAG habe er "kritisch" gesehen, so Hundstorfer. "Aber es wurde auch Druck von Cerberus ausgeübt."

Bei den Mitgliedern dürfe "nichts mehr passieren", sagte Hundstorfer. Es dauere noch einige Zeit, die Vertrauenskrise und die Glaubwürdigkeitsprobleme nach der Causa BAWAG zu bewältigen, räumte der ÖGB-Präsident ein. Nach Ansicht Hundstorfers ist die angedrohte Abspaltung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst "juristisch nicht möglich". Die Teilgewerkschaften könnten aber mehr Selbstständigkeit bekommen.

Der ÖGB und seine Töchter seien nach den Verkäufen fast schuldenfrei, meinte Hundstorfer: "Vielleicht bleibt uns letztlich ein bisserl was übrig. Das hängt auch von steuerlichen Fragen ab. Wir wollen die Anteilsverwaltung BAWAG von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH umwandeln. Tun wir das nicht, dann bleibt dem ÖGB fast nichts über. Hundert, fünfhundert Euro vielleicht, ich weiß es nicht."
(apa/red)