Liste Martin wieder um einen Mandatar ärmer: Ehrenhauser verlässt Delegation

Streit um Wahlkampfkosten-Rückerstattung eskaliert Martin löste Liste auf: "War de facto immer allein"

Liste Martin wieder um einen Mandatar ärmer: Ehrenhauser verlässt Delegation © Bild: APA/Schneider

Der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser hat nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" die Liste von Hans-Peter Martin verlassen. Der Verbleib von 2,3 Millionen Euro - so viel erhielt die Liste als Rückerstattung für die Wahlkampfkosten - sei "zu einem Großteil ungeklärt", kritisierte Ehrenhauser. Bereits im Juli 2010 hatte die Abgeordnete Angelika Werthmann die Delegation Martins verlassen.

Auch ihr Vorwurf lautete, dass die Verwendung der Wahlkampfkosten-Rückerstattung nicht transparent sei. Ehrenhauser warf Martin laut "Presse" vor, bei den Ausgaben nicht die nötige Transparenz hergestellt zu haben. Im Rechenschaftsbericht für die Jahre 2009 und 2010 seien die Ausgaben nicht detailliert aufgelistet.

Als Einnahme sei nur die Wahlkampfkosten-Rückerstattung angeführt. Größter Ausgabeposten in beiden Jahren sei der Sachaufwand für Öffentlichkeitsarbeit: 832.000 Euro seien 2009, nochmals 954.000 Euro im Jahr 2010 (bis 20. September) angefallen. Ehrenhauser hingegen hält für 2009 lediglich 500.000 Euro für realistisch. Für das Jahr 2010 seien ihm überhaupt "keine wesentlichen Ausgaben der Liste Dr. Martin bekannt", zitiert die Presse den Parlamentarier. Er könne die Ausgaben nicht nachprüfen, sagte Ehrenhauser, da er auch als Nummer zwei auf der Liste Martin nicht Mitglied der gleichnamigen Partei sei, so Ehrenhauser zur "Presse".

Konflikt eskaliert<7b>
In der Vorwoche sei der Konflikt eskaliert: Martin habe für 12. April eine Sitzung der Delegation - gebildet aus ihm selbst und Ehrenhauser - einberufen, ohne den Streitpunkt Offenlegung auf die Tagesordnung zu setzen. Ehrenhauser antwortete mit einer Einladung zu einer Sitzung am 15. April, mit einer veränderten Tagesordnung - erster Punkt: Offenlegung der Finanzen der Partei, zweiter Punkt: der Antrag auf Suspendierung von Hans-Peter Martin wegen groben Verstoßes gegen die Gebote der Transparenz und Haushaltskontrolle. Kolportierte Reaktion Martins: Er löste die Delegation auf.

Ehrenhauser will wie Werthmann unabhängiger Abgeordneter im Europaparlament bleiben. "Ich werde die Prinzipien der Liste verteidigen und meine Arbeit weitermachen", so der Mandatar zur "Presse".

Martin: "War immer allein"
Hans-Peter Martin zeigte sich enttäuscht. "In Wirklichkeit geht es ihm um Geld und Macht", Ehrenhauser habe sich "ungehörig benommen", sagte Martin gegenüber der APA. Er selbst, so Martin, habe bereits Dienstagnachmittag seine Liste, mit der er bei den EU-Parlamentswahlen 2009 drei Mandate erzielt hatte, aufgelöst.

Dass nach dem Ausscheiden von Angelika Werthmann jetzt auch Ehrenhauser seine Liste verlasse und er de facto allein dastehe, lässt Martin unbeeindruckt. "Ich war de facto immer allein, ich werde mich nicht beirren lassen und konsequent meinen Weg weitermachen." Jedenfalls zeige sich mit dem Verhalten Ehrenhausers, dass es in der Politik "keine Dankbarkeit" gebe.

Offenbar sei der politische Erfolg 2009 ein zu großer gewesen. Martin sprach von Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Mitstreiter. "Ich bleibe das Original." Ehrenhauser dagegen habe die Nummer eins sein und vorne stehen wollen. Dafür habe er auch Stimmung gegen ihn, Martin, gemacht.

(apa/red)

Kommentare

Zitat aus SN Interview: "Und die Brüsseler Luft prägt."

I mag Vorarlberger irgendwie net ...

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Eine Stechuhr ganz alleine im EU Parlament Wie verzweifelt muß der Wähler sein über die bestehenden Parteien, das sowas, nichts was über eine Stechuhr geistig hinaus ginge, soviel Stimmen bekommen hat?

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Re: Eine Stechuhr ganz alleine im EU Parlament Der Mann muss ein voellig unvertraeglicher Typ sein. Mit wenn hat der sich schon einmal vertragen bzw es gibt anscheinend niemand, der sich mit dem vertragen kann. Wenn ich mich zurueckereinner hat der mit der Resetarits und, und, und... auch staendig gestritten!

kirkfrank1 melden

Re: Eine Stechuhr ganz alleine im EU Parlament Seit der letzten Wahl zum EU Parlament wo der Typ nicht schlecht abgesahnt hat, hört man von dem nichts mehr. Entweder haben ihn die anderen kaltgestellt, oder er ruht sich auf seinen Lorbeeren aus . Damit ist er kein Deut besser als die anderen die der Herr EUAufdecker ja ständig kritisiert. Das er jetzt alleine ist, hat er sicher verdient

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