Fakten von

Lipizzaner kommen als kroatische
Pferderasse auf Briefmarke

Kriegsbedingte Evakuierung aus slowenischem Lipica brachte weiße Pferde nach Slawonien

Ihren Weltruhm verdanken sie der Spanischen Hofreitschule in Wien, ihren Namen einem Ort im heutigen Slowenien. Doch nun will die kroatische Post eine Briefmarke herausbringen, welche die Lipizzaner als "kroatische Pferderasse" würdigt. Tatsächlich kann das staatliche kroatische Gestüt Djakovo auf eine über 200-jährige Tradition der Lipizzanerzucht zurückblicken.

"Kroatische Pferderassen: Lipizzaner" lautet eines der elf Motive, das die Hrvatska posta im Jahr 2018 auf Briefmarken bringen will. In Slowenien sorgt diese Ankündigung für Argwohn, weil man mit dem südlichen Nachbarn immer wieder über Ursprungsbezeichnungen streitet. Aktuell geht es um die geschützte slowenische Weinsorte Teran, vor fünf Jahren mischte Kroatien auch im Konflikt um die Krainer Wurst mit.

Lipizzaner-Zuchtbücher dürfen nur das Gestüt im steirischen Piber und jenes im slowenischen Lipica führen, wo die Züchtung der weißen Pferde im Auftrag des Wiener Hofes im Jahr 1580 begann. Die Habsburger waren es auch, die die Lipizzaner nach Kroatien brachten. Im Jahr 1805, während des zweiten Napoleonischen Krieges, wurden die Pferde aus Lipica nach Djakovo evakuiert. Im dortigen Gestüt begann man danach, Lipizzaner als Kutschenpferde zu züchten, wie die slowenische Tageszeitung "Delo" schreibt.

Die Lipizzaner seien heute "Teil des kulturellen Erbes Slawoniens", betonte der Direktor des staatlichen Gestüts Djakovo, Nidal Korabi, gegenüber dem kroatischen Nachrichtenportal "Compas". Die enge Verbundenheit der Bewohner der ostkroatischen Region mit den Pferden zeige sich im Brauchtum, Volksliedern und Folklore, so Korabi.

Kommentare