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Baby minutenlang geschüttelt:
Fünf Monate bedingt für Vater

Mann muss 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen - Verfahren gegen Mutter eingestellt

Gericht, Symbolbild © Bild: thinkstock.at

Ein 43-jähriger Vater, der im März seinen damals zwei Monate alten Sohn minutenlang geschüttelt und ihm den Mund zugehalten haben soll, ist Montagnachmittag im Landesgericht Linz zu fünf Monaten bedingt verurteilt worden. Zudem muss er 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, der Staatsanwalt erbat sich drei Tage Bedenkzeit, es ist daher noch nicht rechtskräftig.

In der Nacht zum 20. März schlief der Säugling schlecht und schrie immer wieder. Sein Vater habe offensichtlich die Geduld verloren und nach dem Schütteln zu einem "weiteren sehr gefährlichen Mittel" gegriffen, sagte der Staatsanwalt: Laut Anklage, die dem Mann das Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer und wehrloser Personen vorwirft, soll er dem Kind die Luftzufuhr abgeschnitten haben. Glücklicherweise sei dem Baby - bis auf Einblutungen unter den Bindehäuten - "so gut wie nichts passiert". Die Schüttelhäufigkeit und -heftigkeit hätten eine gewisse Schwelle nicht überschritten, erklärte eine Gutachterin. Sie wies gleichzeitig darauf hin, dass 25 Prozent derartiger Vorfälle tödlich enden würden.

Vorfall tut Vater leid

Der Angeklagte, der auch Vater eines 16-Jährigen ist, bekannte sich zwar schuldig, sagte aber, seinen Sohn nicht über Minuten, sondern "drei-, viermal kräftig geschüttelt" zu haben. "Obwohl's falsch war", habe er dem Säugling auch kurz den Mund zugehalten. "Kurz darauf war er die ganze Nacht ruhig." Das Ganze tue ihm recht leid, so der Beschuldigte. "Wir haben uns nichts ausgemacht vorher", betonte seine ebenfalls angeklagte 36-jährige Lebensgefährtin. Gegenüber der Polizei hatte sie noch ausgesagt, dass ihr Freund den Buben minutenlang geschüttelt habe, nun sprach sie nur mehr von "zwei Sekunden".

Kind fiel von Wickelauflage

Die Frau, die von ihrem Vater besachwaltert wird, musste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten: Sie habe das damals ein Monate alte Kind unbeaufsichtigt gelassen. Es fiel von der Wickelauflage und brach sich das linke Schlüsselbein und eine Rippe. Der Richter machte auf die verminderte Schuldfähigkeit der 36-Jährigen aufmerksam und stellte das Verfahren bei einer Probezeit von zwei Jahren ein. Der Bub befindet sich mittlerweile bei Pflege-und soll im Jänner zu Adoptiveltern kommen.

Kommentare

Wieso stehen in der Schlagzeile sowie im Header "minutenlang" ? Laut weiterem Text kommt diese Info nur von einer Aussage einer besachwalteten Zeugin, die sie noch dazu selbst widerrufen hat. Ist hier etwa journalistische Sensationslust durchgebrochen ? Mit "minutenlang" lassen sich schließlich die Massen ja leichter zur kollektiven Wut manipulieren - ist das etwa das Ziel ?

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