Linz rückt ins europäische Rampenlicht:
Donaumetropole ist Kulturhauptstadt 2009

Der Winter wird mit dem Aperschnalzen ausgetrieben Offizielle Eröffnung durch Bundespräsident Fischer

Linz rückt ins europäische Rampenlicht:
Donaumetropole ist Kulturhauptstadt 2009 © Bild: APA/Rubra

Die zu Silvester gestartete dreitägige Eröffnung von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas war am Neujahrstag voll im Gang. Nach 130.000 Besuchern beim ersten Höhepunkt, der Raketensinfonie nach Mitternacht über Donau, zeigten sich die Organisatoren mit dem Start sehr zufrieden.

Die ersten Aktionen zur Eröffnung hatte es bereits am Silvesternachmittag gegeben: Arbeiter bauten an der Donaulände an einer vier mal zwölf Meter großen Zeitanzeige. Donauabwärts versammelten sich die kritischen Stimmen zum Ereignis. Eine Gruppierung mit der Bezeichnung "Linz0nein" errichtete am Donauufer einen Scheiterhaufen und übte Kritik am "Ereignis" Linz09: Es gebe einen Überhang ein einmaligen Projekten, obwohl immer von der Nachhaltigkeit der Kulturhauptstadt gesprochen werde.

Bundespräsident Heinz Fischer hob bei seiner Rede zur offiziellen Eröffnung im Brucknerhaus mehrfach hervor, dass neben Linz auch Vilnius 2009 Kulturhauptstadt Europas ist. Die oberösterreichische Landeshauptstadt habe hart gearbeitet, aus dem Stahlzentrum an der Donau sei auch ein Kulturzentrum geworden. Er betonte aber auch, dass 2009 ein herausforderndes, schwieriges Jahr werde.

130.000 Besucher
Währenddessen heizte eine Countdown-Veranstaltung auf dem Hauptplatz die Stimmung der trotz eisiger Temperaturen zahlreichen Besucher an, die Rede war von 130.000. Gegen Mitternacht strömte alles zur Donau, um dort mit der "Raketensinfonie" das neue Jahr zu begrüßen. Ein aus mehreren hundert Personen aus Linz und Umgebung bestehender Chor, verstärkt um 16 Solisten des professionellen Chores "The Shout" trat dabei in einen 20-minütigen, bejubelten Dialog mit einem farbenprächtigen Feuerwerk. Anschließend verwandelte sich der Hauptplatz in einen ausgelassenen, riesigen Freiluft-Dancefloor.

Danach herrschte große Zufriedenheit bei Organisatoren und Politik: Linz09-Intendant Martin Heller freute sich gegenüber der APA über einen "Auftakt nach Maß". Zur Besucherzahl stellte er fest: "Mehr geht nicht". Kulturreferent Vizebürgermeister Erich Watzl (V) erklärte: "Linz hat noch nie so eine große Veranstaltung gehabt." Der ORF verzeichnete bei der Liveübertragung der Eröffnungsfeierlichkeiten zu Mitternacht großes Publikumsinteresse: 266.000 Zuseher seien 18 Prozent Marktanteil. Zufrieden dürften auch die Tourismusbetriebe in Linz sein. Zum Jahreswechsel war nahezu kein Bett zu bekommen. Auch die ersten Tage des Kulturhauptstadtjahres waren gut gebucht, da und dort gab es aber noch freie Zimmer.

Aperschnalzen
Am Donnerstagvormittag waren in der Stadt schon wieder nahezu alle Spuren des nächtlichen Treibens beseitigt. Der Eröffnungsreigen ging aber mit einem Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne weiter - anfangs mit dem traditionellen Aperschnalzen, einem Winteraustreiben durch Peitschenknallen. Am Nachmittag folgte das Eröffnungskonzert des Brucknerorchesters unter Dennis Russell Davies im Brucknerhaus mit der neuesten Symphonie von Philip Glass und als Startschuss für das Haydn-Jahr dessen Londoner Sinfonie. Es wurde zeitgleich in Bild und Ton auf den Linzer Hauptplatz übertragen.

Donnerstagabend war die Eröffnung der Kunstausstellung "Best of Austria" im Lentos Kunstmuseum mit Beiträgen aus Museen und Sammlungen in ganz Österreich vorgesehen. Für Freitag ist die Eröffnung des vergrößerten Museums der Zukunft "Ars Electronica Center" geplant sowie die Uraufführung des Stückes "Buch der Unruhe" nach dem gleichnamigen Werk von Fernando Pessoa mit Klaus Maria Brandauer in der eigens für Linz09 errichteten Hafenhalle. Im Kulturhauptstadtjahr stehen in Summe 220 Projekte auf dem Programm.

(apa/red)