Lindsey Vonn von

Lindsey ist wieder glücklich

Speed-Queen kehrt nach ihrer Auszeit mit frischer Energie in den Weltcup zurück

Lindsey Vonn © Bild: GEPA/Ertl

Die Arbeit nach der Arbeit hat Skirennläuferin Lindsey Vonn am Donnerstag in St. Anton im Einzugstempo erledigt und damit bedeutend rascher als ihr Training auf der Karl-Schranz-Strecke in St. Anton. Genau 1:15 Minuten sprach sie mit der schreibenden Presse, lächelnd bestätigte sie ihr Antreten in den Rennen am Wochenende, die Wichtigkeit der zuletzt genommenen Pause und machte zugleich auch schon wieder eine Kampfansage: "Ich fühle mich gut, glücklich und stark."

Wie sich die 3,98 Sekunden Rückstand von Vonn auf die Trainingsbeste Lara Gut (Schweiz) summierten, ist freilich schwer zu sagen, denn die Vidiwall im Zielraum blieb während des ersten Zeitlaufes schwarz und verwehrte Einblicke. "Es ist ein schwieriger Ort, um zurückzukehren, aber ich bin sehr froh, hier zu sein. Es wird ein herausforderndes Rennen für das ganze Feld", sagte Vonn, die wie oftmals im Training die letzten Meter ins Ziel aufrecht hinter sich gebracht hatte.

Vonn hat auf ihren Körper gehört

Die 28-Jährige hoffte, dass heute Freitag noch ein gutes Training möglich sein wird, damit sie sich noch mehr mit dem Kurs anfreunden könne (diese Hoffnung wurde nicht erfüllt, das 2. Training wegen Schneefalls abgesagt). "Und dann hoffe ich auf gute Rennen am Samstag und Sonntag", sagte die vierfache Gesamtweltcupsiegerin, die zwei der drei Saisonabfahrten und beide Super-G gewonnen hat. Wie weit sich die Hoffnungen erfüllen, wird man sehen, in der Nacht auf Freitag werden bis zu vierzig Zentimeter Neuschnee in St. Anton erwartet.

Die Pause, meinte Vonn, sei sehr wichtig gewesen. "Nachdem ich krank gewesen bin, ist mein Leben etwas durcheinandergekommen. Es war ein Punkt, an dem du einfach auf den Körper hören musst. Ich habe das getan. Ich habe die Pause genommen und habe hart gearbeitet und bin wieder stark und bereit, Rennen zu fahren. Die Energie ist zurück. Ich glaube, am Ende dieses Laufes hier ist jeder ein bisschen müde, aber ich fühle mich wieder stark. Es fühlt sich gut an."

Pause nach Interview-Veröffentlichung und Sturz

Lindsey Vonn hatte einen mühsamen Start in die Saison. Nach einer Nullnummer im Sölden-Riesentorlauf verzichtete sie auf den Levi-Slalom. Bei den Überseerennen war sie nach überstandener langwieriger Darminfektion in den Speed-Bewerben von Lake Louise aber eine Klasse für sich, auch den Super-G in St. Moritz entschied sie für sich. In den anderen Bewerben in der Schweiz lief es aber nicht wunschgemäß, sie musste die Slowenin Tina Maze im Gesamtweltcup davonziehen lassen.

Der Sturz in der Abfahrt von Val d'Isere passierte exakt an jenem Tag, an dem ihr Interview in einem US-Magazin erschienen war, in dem sie über eine langjährige psychische Erkrankung gesprochen hatte. Nach dem Ausfall im ersten Durchgang des Riesentorlaufs in Courchevel packte Vonn schließlich die Koffer. In den USA arbeitete sie an ihrer Kondition, seit ihrer Rückkehr nach Europa vor gut einer Woche steht sie wieder auf Skiern. Vonn hat sechs Rennen, durchwegs in den technischen Disziplinen, ausgelassen.

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