Lindenberger neuer Cheftrainer des LASK:
Andrej Panadic nach Pleiteserie abgelöst

Lindenberger soll zuletzt negativen Trend beenden Ex-Teamtorwart übernimmt mit sofortiger Wirkung

Lindenberger neuer Cheftrainer des LASK:
Andrej Panadic nach Pleiteserie abgelöst © Bild: APA/Artinger

Der 51-Jährige, der schon das nächste Training übernehmen und binnen 48 Stunden seinen Betreuerstab präsentierten wird, hat seine Funktion als Vizepräsident des Vereins ruhig gestellt und auch seine Tätigkeit als Tormann-Trainer im ÖFB-Nationalteam beendet. Damit, so hieß es in einer LASK-Pressemitteilung, er sich hundertprozentig auf seine neue und sehr schwierige Aufgabe konzentrieren könne.

"Die negative Spirale hat sich schon länger hingezogen, der Wechsel abgezeichnet", sagte Clubchef Peter-Michael Reichel über die Trainer-Personalie zur APA. Vertrag wurde zwischen den zwei Parteien keiner abgeschlossen. Er könne so lange bleiben wie er wolle und es gutgehe, meinte Reichel über den neuen starken Mann, der Trainererfahrung schon mit Eintracht Wels und vorübergehend auch schon mit dem LASK gesammelt hat.

"Warum also nicht Lindenberger"
"Warum also nicht Lindenberger, er bringt auch Autorität mit", erklärte Reichel über den Panadic-Nachfolger, der den "negativen Trend so rasch wie möglich stoppen" und dann im Frühjahr den Umbau der Mannschaft forcieren soll. "Als Amateur-Trainer kennt er die Spieler und auch die Akademie-Absolventen am besten", so der Präsident über den 51-Jährigen, der als Aktiver mit dem LASK 1979 in die zweite Division aufstieg, 41-mal den ÖFB-Teamdress getragen hat und mit FC Tirol zweimal Meister (1989, 1990) wurde.

Im Nachfolgespiel war auch der Name Andreas aufgetaucht. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" (Montag-Ausgabe) hatten berichtet, dass die Trennung von Panadic intern längst beschlossene Sache, mit dem ÖFB-Teamchef-Assistent bereits vor dem 0:1 auch schon verhandelt worden sei, dieser aber abgesagt habe. "Ich habe mit dem LASK nicht verhandelt, ich bin von ihm auch nicht kontaktiert worden und habe folglich auch nicht abgesagen können", sagte der ÖFB-Rekordteamspieler zur APA - Austria Presse Agentur.

Tatsache ist aber: Clubboss Peter-Michael Reichel hatte schon nach dem 1:3 gegen SCR Altach und dem 0:5 in Wien gegen Austria von Panadic "Ergebnisse" gefordert. Die Trendwende gelang in Kärnten nicht, vielmehr setzte es die dritte Niederlage in Serie. Und dazu kam außerdem der Verlust von Regisseur Ivica Vastic, der nach Kritik am Wiener Schiedsrichter Fritz Stuchlik mit Gelb-Rot vom Platz flog.

LASK nicht mehr Oberösterreichs Nummer 1
Nach der 14. Runde ist der LASK auch nicht mehr die Nummer eins in Oberösterreich. Die SV Ried verdrängte die Athletiker bei Punktegleichheit (je 21 Zähler) aufgrund der besseren Tordifferenz vom fünften Tabellenplatz. Das Goldtor in Klagenfurt gelang dem Brasilianer Thiago Maier Santos, genannt "Schumacher", in der 71. Minute. Dazu traf Junuzovic vor der Pause noch die Stange.

Für die Kärntner war es nach zwei Nullnummern (0:3 in Graz gegen Sturm, 0:1 gegen Austria Wien) bzw. dem Ableben ihres Gönners Jörg Haider der erste volle Erfolg. "Ich habe gewusst, dass wir Geduld brauchen würden. Wir haben uns den Sieg verdient", befand Trainer Frankie Schinkels mit breitem Lächeln. Mit dem sechsten Dreier und nun 20 Zählern ist der Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt.

Panadic, der am Wochenende auf vier defensive Mittelfeldspieler (Wendel, Panis, Prager und Piermayr) hatte verzichten müssen, hatte sich nach dem 0:1 an Durchhalteparolen festgeklammert. "Wir werden weiter arbeiten, müssen jetzt zusammenhalten", meinte der Feldherr, dem Christian Mayrleb noch den Rücken stärkte. "Die Mannschaft steht voll hinter dem Trainer. Was kann er dafür, wenn einige Spieler nicht ihre Leistung bringen."

Dritter Trainerwechsel in der Bundesliga
Die Athletiker haben als dritter Oberhaus-Club nach SV Ried und SCR Altach in der laufenden Punktjagd den Feldherrn getauscht.

Georg Zellhofer verabschiedete sich nach Kurzengagement unmittelbar vor dem Liga-Start Anfang Juli aus dem Innviertel und wurde interimistisch durch Gerhard Schweitzer ersetzt, ehe dann am 10. Juli Paul Gludovatz geholt wurde. Und SCR Altach entließ Heinz Fuchsbicher am 30. August, ließ vorübergehend Rudi Gussnig ran und nahm am 4. September den Schweizer Urs Schönenberger unter Vertrag.

Lindenbergers Nachfolger beim ÖFB steht noch nicht fest
Die Entscheidung, wer dem zum LASK abgewanderten Klaus Lindenberger als Tormann-Trainer beim österreichischen Fußball-Nationalteam nachfolgt, dürfte noch länger auf sich warten lassen. Laut ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig könnte für den Posten ein neuer Goalie-Coach verpflichtet werden, es ist aber auch eine interne Lösung möglich.

So wäre es für Ludwig vorstellbar, dass der bisherige U21-Tormanntrainer Otto Konrad nachrückt. Zumindest interimistisch würde dies kein Problem darstellen, weil rund um das bevorstehende Länderspiel am 19. November in Wien gegen die Türkei die U21-Auswahl nicht im Einsatz ist. "Aber die endgültige Entscheidung trifft natürlich Teamchef Karel Brückner, mit dem wir diese Sache noch in dieser Woche besprechen werden", betonte der Generalsekretär.
(apa/red)

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