Light-Zigarette hat ausgeraucht: Strengere Auflagen für US-Tabakindustrie beschlossen

Senat hat umfangreichem Kontrollgesetz zugestimmt Anti-Raucher-Lobby: Wurde ein Meilenstein gesetzt

Light-Zigarette hat ausgeraucht: Strengere Auflagen für US-Tabakindustrie beschlossen © Bild: APA/DPA/Breloer

Der US-Senat versetzte der Tabakindustrie einen herben Schlag: Mit 79 gegen 17 Stimmen wurde ein Gesetz verabschiedet, nach dem die Bundesbehörde FDA den Nikotingehalt von Zigaretten begrenzen, aromatisierte Geschmackszusätze verbieten und die Werbung für Tabakprodukte drastisch einschränken kann. Zigarettenhersteller dürfen somit ihre Produkte künftig nicht mehr als "light" oder "ultra-light" anpreisen. Die Befürworter sprachen von einer historischen Wende nach einem jahrzehntelangen Kampf für ein solches Gesetz.

Auch US-Präsident Barack Obama sagte nach der Senatsentscheidung, die endgültige Verabschiedung werde Geschichte machen, "weil die Wissenschafter und medizinischen Experten in der FDA die Macht haben, empfindliche Schritte zu verfügen". Er stellte seine sofortige Unterschrift unter die Vorlage nach deren Billigung im Repräsentantenhaus in Aussicht, so dass sie umgehend rechtswirksam würde.

Die Anti-Raucher-Lobby sprach von einem Meilenstein im Kampf gegen das Rauchen. Kritiker betonen seit Jahren, "Light"-Zigaretten mit weniger Teergehalt seien nicht weniger gesundheitsschädlich als normale Zigaretten.

Aus für "light" und "mild"
Es handelt sich um eines der schärfsten Gesetze gegen die Tabakindustrie seit der offiziellen Feststellung der US-Gesundheitsbehörden vor 45 Jahren, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Demnach kann die Aufsichtsbehörde für Lebensmittel- und Medikamentensicherheit (FDA) Auflagen für die Bestandteile von Zigaretten und anderen Tabakprodukten detailliert vorschreiben. Sie kann geschmackliche Zusatzstoffe verbieten, mit denen vor allem Jugendliche zum Rauchen animiert werden sollen, und sie kann die Werbung für die Produkte "light" oder "mild" untersagen, weil damit offensichtlich das Gesundheitsrisiko heruntergespielt werden soll.

Dieses Gesetz ist der strengste Schritt, den der Kongress jemals zur Verringerung des Tabakkonsums unternommen hat", meint Matthew Myers, Präsident der Organisation "Campaign für Tobacco-Free Kids" in Washington. "Die Zeit ist endlich gekommen, um den besonderen Schutz zu beenden, den die Tabakindustrie viel zu lange genossen hat." In den USA sterben jedes Jahr schätzungsweise 400 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. (apa/red)