Galerie Ostlicht Wien von

Life-Ball-Plakat:
LaChapelle-Werke zu bewundern

Provokante, surreale und kraftvolle Kunst vom 2.6. bis 14.9. in der Galerie OstLicht

Galerie Ostlicht Wien - Life-Ball-Plakat:
LaChapelle-Werke zu bewundern © Bild: David LaChapelle

Das von David LaChapelle kreierte Life-Ball-Plakat führte zu heftigen Diskussionen. Die Galerie OstLicht widmet dem Künstler nun eine ganze Ausstellung namens "David LaChapelle. Once in the Garden", wie die Galerie in einer Aussendung mitteilt.

THEMEN:

Ab 1. Juni sind neben bekannten Ikonen aus den letzten zwanzig Jahren, wie "Amanda Lepore: Addicted to Diamonds" oder "Amanda As Andy Warhol’s Liz Taylor", drei seiner neuesten Werkgruppen zu sehen: "Earth Laughs in Flowers", "Gas" und "Land Scape".

Provokant und surreal

David LaChapelle hat mit unzähligen Pop- und Filmstars gearbeitet und mit seinen kraftvollen, provokanten, humorvollen, glamourösen aber auch surrealen und meist knallbunten Arbeiten die Welt der Fotografie und die Ästhetik der Bildwelt nachhaltig geprägt. Durch seine Auseinandersetzung mit Themen wie Spiritualität und Religion, Personenkult und Körperlichkeit und mit der Hinterfragung gesellschaftlicher Normen von Geschlecht und Sexualität gelang es David LaChapelle, das öffentliche Bewusstsein zu beeinflussen.

© David LaChapelle David LaChapelle, Once in the Garden (1), 2014

Umstrittenes "Life Ball"-Sujet

Mit "Once in the Garden" wird David LaChapelles neueste Arbeit gezeigt. Sie ist nicht nur titelgebend für die OstLicht-Ausstellung, sondern auch das Sujet des Life Ball 2014. Das Werk hat bereits jede Menge Kritik geerntet, die FPÖ hat sogar eine Strafanzeige eingebracht. In seiner Version eines surrealen paradiesischen Gartens inszeniert LaChapelle das Transgender-Modell Carmen Carrera und gibt dem ihm wichtigen Anliegen, dass Liebe keine Geschlechtergrenzen kennt, starken Ausdruck.

© David LaChapelle David LaChapelle, Once in the Garden (2), 2014

Seine Bildwelt inspiriert sich an unterschiedlichsten Quellen wie Popkultur, Barock, Renaissance, Kunstgeschichte, Kino, Pornographie und sogar an der Bibel. David LaChapelle versteht es mit Versatzstücken der Konsumwelt zwischen glänzenden und makellosen Körpern in hyperrealen Settings existentielle Fragen aufzuwerfen, in dem er eine geradezu bizarre Spannung zwischen Entfremdung und Anziehung erzeugt. Die Natur als Grundlage unseres Seins, der wir alle gleichermaßen nackt gegenüberstehen, ist in den neueren Werken des Künstlers als bildprägendes Element präsent.

© David LaChapelle David LaChapelle, Rebirth Of Venus, 2009

In der Serie "Earth Laughs in Flowers" (2008-2011) befasst sich LaChapelle mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Schönheit. Er nimmt dabei Anleihen an Blumenstillleben des Barock. Im Sinne der Vanitas-Darstellungen zeugen Pflanzen, Früchte und Objekte von der Eitelkeit und der Endlichkeit des Lebens. Die tradierten Sinnbilder kombiniert und bricht er jedoch mit Objekten des täglichen Lebens, die erst auf den zweiten Blick ins Auge stechen: Brennende Zigaretten, alte Handys, Elektrogeräte oder Plastikflaschen dienen ihm als moderne Metaphern der Vergänglichkeit in unserer schnelllebigen Wegwerf-Gesellschaft.

© David LaChapelle David LaChapelle, Springtime, 2008-2011

Mit seinen jüngsten Serien "Gas" und "Land Scape" blickt LaChapelle auf die globale Ölproduktion und deren Infrastruktur, die alles andere als nachhaltig ist. Die Fotografien zeigen Tankstellen und Raffinerien in kitschigen bis unheimlich surrealen Lichtsettings. Es handelt sich jedoch nicht um reale Gebäude, sondern um maßstabgetreue Modelle aus recycelten Materialien, wie Eierkartons, Motherboards von Computern, Tee-Kanistern, Lockenwicklern, Strohhalmen und anderen wiederverwertbaren Produkten auf Erdölbasis.

© David LaChapelle David LaChapelle, Land Scape: Kings Dominion, 2013

In aufwendigen Inszenierungen fotografierte LaChapelle diese Modelle im Regenwald von Maui (Gas Stations), in der Wüste und entlang der Küste Kaliforniens (Refineries). Es ist auch ein hintergründiger Kommentar, mit dem LaChapelle den Betrachter zu einer selbstkritischen Reflektion über die unerbittliche Ausbeutung unseres Planeten anregen möchte: "Diese Gebäude sind die Artefakte einer versunkenen Zivilisation", sagte er dazu in einem Interview mit dem Magazin AD. "Wenn zukünftige Archäologen eine Tankstelle ausgraben werden, so wie unsere Archäologen einen Inka-Tempel ausgraben, wird das ein Indikator dafür sein, was Aufstieg und Fall unserer Zivilisation verantwortet hat."

© David LaChapelle David LaChapelle, Gas Shell, 2014


Eröffnung der Ausstellung und Sommerfest der Brotfabrik Wien: Sonntag, 01.06.2014, 17 Uhr, in Anwesenheit von David LaChapelle und DJ Set von Peter Kruder
Fünf Prozent des Nettoverkaufserlöses der Werke von David LaChapelle kommen AIDS LIFE zu Gute.
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© David LaChapelle David LaChapelle, Amanda As Andy Warhol’s Liz, 2003,

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