"Liegt an Vorschlägen Gusenbauers": Josef Pröll gibt Großer Koalition noch eine Chance

SPÖ-Chef solle Verhandlungsbereitschaft signalisieren

Umweltminister Josef Pröll hält eine Große Koalition noch für machbar. Es werde aber vom Gespräch abhängen, das beide Parteichefs führen wollen. Alfred Gusenbauer sei am Zug, "er soll Verhandlungsbereitschaft nicht nur signalisieren, sondern offensiv angehen", meinte Pröll am Rande einer Tagung der Alpenkonferenz in Alpbach in Tirol.

Gusenbauer hätte das Gespräch-Suchen "öfter tun sollen", kritisierte Pröll. Derzeit gebe es "Null-Kontakt". Die Unterredung am Freitag werde zeigen, ob eine Regierung zwischen ÖVP und SPÖ noch zu realisieren sei.

Keinen Grund gebe es, von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel als ÖVP-Verhandlungsführer abzugehen. Er wolle auch auf der Gegenseite keine Personen aussuchen. Der Regierungsauftrag liege bei Gusenbauer. Damit sei der SPÖ-Chef der primäre Ansprechpartner.

Pröll kritisierte außerdem, dass Gusenbauer versuche, das Kreisky-Modell von 1970 zu kopieren. Für eine Minderheitsregierung sei es aber noch zu früh. Der Bundespräsident habe den SPÖ-Chef mit der Bildung einer Koalitionsregierung beauftragt, betonte Pröll.

(apa/red)