Lieferungen in Millionenhöhe: Illegales Netz
für Irans Atomprogramm in Deutschland!

250 Zollfahnder durchsuchten diverse Unternehmen Neben Akten, Spezialkabel und 2 Mio. Euro gefunden

Mit einer der größten Razzien der vergangenen Jahre hat der deutsche Zoll ein geheim operierendes Beschaffungsnetzwerk mit deutschen Firmen für das iranische Atomprogramm gesprengt. Die federführende Staatsanwaltschaft Potsdam und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg teilten am Montag mit, 250 Zollfahnder hätten in zehn Bundesländern 41 Objekte durchsucht. Neben Geschäftsakten und Datenträgern sowie Hinweisen auf Unterhändler und deren Methoden seien für militärische Zwecke Irans bestimmte Spezialkabel sowie zwei Millionen Euro sicher gestellt worden.

In einem weiteren Fall habe eine der durchsuchten Firmen die Zollfahnder noch während der Durchsuchung über eine direkte Anfrage aus dem Iran für die Lieferung von Nukleartechnologie informiert. Allein dieser Fall belege, welche bedeutende Rolle dem Außenwirtschaftsgesetz zukomme, wonach Lieferungen militärisch relevanter Ware in Krisengebiete verboten sind.

Die durchsuchten Firmenliegenschaften befanden sich den Angaben zufolge in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden deutsche Firmen wiederholt durch vermutlich für den Iran tätige Geschäftsleute kontaktiert und nach Liefermöglichkeiten für bestimmte Wahren befragt. Diese Waren könnten sich für das iranische Atomprogramm eigenen. Die Razzia in der vergangenen Woche setze eine vorläufigen Schlusspunkt unter einen umfangreichen Ermittlungskomplex, hieß es. (apa)