Da kommt Fahrtwind auf

Lieferservices bringen Essen aus dem Lastenfahrrad

Grüner Zukunftstrend in der City: Bio-Gerichte und frische Einkäufe werden mit dem Lastenfahrrad direkt nach Hause oder ins Büro geliefert

von Lieferservice - Da kommt Fahrtwind auf © Bild: © Rudi Froese

Falls du mal ein vegetarisches Lieferservice machen möchtest -lass es mich wissen." Rita Huber verstand diesen knappen Facebook-Post ihres Schwagers sogleich als Auftrag. "Ich war von der Idee begeistert, vor allem, da es so etwas vor drei Jahren in Wien noch nicht gab", sagt die studierte Literaturund Filmwissenschafterin und freut sich heute über ihren Glückstreffer. Zwei Monate dauerte es bis zur Umsetzung des Projekts "Rita bringt's"."Wir mieteten uns in einer Küche im ersten Bezirk ein und testeten die unterschiedlichsten Räder. Letztendlich haben wir zwei Prototypen selbst gebaut und setzten in unserer Flotte vor allem auf schlanke, sportliche Modelle."

Alles garantiert Öko

Bestellungen werden jeweils am Vortag online entgegengenommen. Dabei beantwortet das Team auch Fragen nach Inhaltsstoffen, und Sonderwünsche sind willkommen.

Täglich um fünf Uhr früh geht's los. Bis neun Uhr wird in der Küche in der Mollardgasse im 6. Bezirk geschnippelt, gerührt und gekocht. Die Speisen sind nicht nur vegetarisch oder vegan, sondern auch 100 Prozent bio. Das Menüangebot wird wöchentlich gewechselt: vom Lauch-Bergkäse-Strudel mit Kräuterpesto über Erdäpfelgröstel bis zum Indischen Curry. Die Preise für ein Menü inklusive Suppe beginnen bei 10,50 Euro. Einzelgerichte wie Burger oder Chili gibt's ab 8,50 Euro. Selbst die Verpackungen folgen Rita Hubers ökologischem Konzept. So bestehen die Behälter zum Großteil aus recyceltem Karton oder Biokunststoff und sind praktischerweise auch für die Mikrowelle geeignet.

»Ich denke, Qualität bringt unseren Erfolg. Ich achte sehr darauf, dass es so bleibt«

Rita Huber Lieferservice "Rita bringt's"

Dank der gut trainierten Wadeln der Lastenrad-FahrerInnen landen bis zu 450 Hauptspeisen pünktlich zwischen 9.30 Uhr und 12 Uhr im Büro oder zu Hause. "Unsere Kunden sind vorwiegend Büromitarbeiter, ältere Menschen oder auch junge Mütter, die zwischendurch mal nicht kochen möchten, aber auch gestresste Geschäftsleute", sagt Huber. Gestrampelt wird überall hin, was vom 1. Bezirk aus kreisförmig zu erreichen ist. Auf der Homepage (www. ritabringts.at) kann man sehen, ob Ritas Radler-Team auch nach Hause liefert.

Strahlend berichtet Huber über ihre aktuellsten Pläne und den wachsenden Erfolg: "Wir sind ganz aufgeregt vor Vorfreude und ziemlich gespannt obendrein. Seit Anfang Mai erweitern wir sukzessive unsere Belieferung an die Wiener ,Denn's-Biomärkte." In die zweite Runde geht es mit den Standorten in der Singerstraße im 1. Bezirk, der Taborstraße im 2. Bezirk, der Landstraßer Hauptstraße im 3. Bezirk, der Wiedner Hauptstraße im 4. Bezirk und der Lindengasse im 7. Bezirk. Für ihr Team sucht die Jungunternehmerin ständig neue Leute. "Es funktioniert wirklich gut. Ich bin überzeugt: Unsere erstklassige Qualität ist das Um und Auf. Ich achte sehr darauf, dass es so bleibt."

© © Rudi Froese Ökologisch: Verpackungen bestehen aus Zuckerrohr, Karton oder Biokunststoff

Für Workshops oder Feiern bis zu 1.000 Personen bietet Rita ein Kulinarik-Catering aus pikanten bis süßen Snacks an, auf Wunsch auch eine komplette Menüabfolge und eigene ServicemitarbeiterInnen.

Planung ist alles

Nicht nur Rita bringt's, auch andere Unternehmen nutzen die Vorteile des Zweirad-Lieferservice. Schon seit seiner Eröffnung 2012 bietet "Merkur" am Hohen Markt im ersten Bezirk die Hauszustellung per Lastenrad für die Bezirke 1 bis 9 an. Den Einkauf gibt man einfach beim "Merkur"-Concierge ab. Der kümmert sich um die zeitgerechte Zustellung. Ab einem Einkaufsvolumen von 50 Euro ist die Lieferung kostenlos, für kleinere Einkäufe zahlt man fünf Euro Liefergebühr. "Es läuft sehr gut, das Angebot wird in Kürze auf die Mariahilfer Straße ausgeweitet", sagt Initiator Florian Pollack vom "Goodville"-Fahrradteam, zuständig für die Botendienste.

Seit 2015 mischt das deutsche Start-up-Unternehmen "Foodora" bei den Lieferservices in Wien mit. Geliefert wird in einen Umkreis von maximal vier Kilometern des Partner-Restaurants. Die gesamte Liste ist auf der Homepage (www.foodora.at) ersichtlich. Bestellt wird online, die Liefergebühr beträgt 3,50 Euro.

Warum auch nicht zwischendurch eine bequeme Essenslösung wählen? Selbst kochen können wir ja dann morgen wieder.