Leben von

Liebeserklärungen sind Privatsache

Intime Bekenntnisse und lange Küsse in der Öffentlichkeit? Wie unangebracht!

Kuss © Bild: Thinkstock

Die meisten Österreicherinnen und Österreicher haben kein Problem damit, ihre Gefühle zu zeigen. Dennoch sind sie der Meinung, intime Themen oder langanhaltendes Küssen in der Öffentlichkeit wären unangebracht, so eine aktuelle Umfrage. Eine Liebeserklärung ist für 63 Prozent der Befragten ausschließlich eine private Angelegenheit.

Im Wonnemonat Mai verstärken sich erfahrungsgemäß die romantischen Gefühle. Aber wie geht man damit in der Öffentlichkeit um? In einer aktuellen Single-Umfrage von Parship.at hat die überwiegende Mehrheit (60%) kein Problem damit, ihre Liebe zum Partner auch in der Öffentlichkeit zu zeigen, auch ein Kuss stelle kein Hindernis dar. Ein Drittel verhält sich hingegen lieber dezent: Händchen halten oder eine Umarmung sind in Ordnung, mehr nicht. Die wenigsten fühlen sich dabei unwohl und tun sich schwer, ihre Gefühle zu zeigen - allerdings doppelt so viele Männer (10%) wie Frauen (5%). Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter 523 Parship-Mitgliedern.

Frauen sind zurückhaltender

Die Grenze zu unangebrachten Verhaltensweisen ist allerdings fließend: langanhaltendes Küssen in der Öffentlichkeit findet die Hälfte der Befragten (53%) unakzeptabel und intime Themen, wie die eigene Sexualität, sollen laut 64 Prozent nicht unter Freunden oder Bekannten besprochen werden. „Jedes Paar muss für sich selbst definieren bzw. ein Gefühl dafür haben, was Privatsache bleiben soll und auf welche Art und Weise Emotionen gezeigt werden sollen“, erklärt Psychologin Mag. Caroline Erb. „Nicht jeder steht gerne im Rampenlicht, eine Liebeserklärung sollte vor allem aufrichtig, ehrlich und authentisch sein, abseits von großen Inszenierungen.“

Frauen sind tendenziell zurückhaltender bzw. strenger in der Bewertung von öffentlichen Liebesbekundungen: So ist gegenseitiges Streicheln und Anfassen für 27 Prozent der weiblichen, aber für nur 15 Prozent der männlichen Befragten tabu. Mit Kosenamen tun sich hingegen eher Männer schwer – 16 Prozent würden ihre Partnerin in der Öffentlichkeit nicht mit „Schatzi“ oder „Mausi“ ansprechen. Damit hätten aber nur 12 Prozent der Frauen ein Problem.

Intime Liebeserklärung erwünscht

Absolut einig sind sich Frauen und Männer, dass sie sich keine öffentliche Liebeserklärung von ihrem Partner wünschen. Nur fünf Prozent träumen von einer laufenden Kamera, vielen Zuschauern und einer Bekanntmachung via Facebook oder Twitter. Ein Drittel könnte sich vorstellen, dass die Liebeserklärung im kleinen Rahmen, zum Beispiel unter Freunden oder im Kreis der Familie, verkündet wird. Die Mehrheit aber – 63 Prozent – ist der Meinung, dass ein „Ich liebe dich“ ausschließlich beide Partner betreffen sollte und somit reine Privatsache ist.

Kommentare

Ein "ich liebe dich" zwischen anderen Menschen im öffentlichen Raum zu hören würde mich viel weniger stören als die Zwangsbeglückungen durch Handyfonierer (neue Wortkreation). Teilweise kann man da schon das Fremdschämen lernen. Erst letztens musste ich einer empörten "Mutter" zuhören, weil ihr das Jugendamt das Kind entzog. Peinlicher geht es wohl nicht mehr.

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