Raus aus der Krise von

So läuft es (wieder)!

Top-Tipps von Profis: Wie man in Beziehungen auf Dauer glücklich sein kann

Sex auf der Wiese © Bild: Thinkstock

Am Anfang war die große Liebe. Dann kam nach und nach der Alltag. Und mit ihm Probleme, Missverständnisse und Sex-Flaute. Doch das muss nicht das Ende Ihrer Beziehung bedeuten. Liebescoachs erklären, wie man wieder zufriedener, erfüllter und verliebter wird!

Eva-Maria und Wolfram Zurhorst sind verheiratet - und nebenbei eines der erfolgreichsten Coachingduos im deutschsprachigen Raum. Die beiden wissen, wovon sie reden - und erklären, was man tun kann, um eine Beziehung wieder in Schwung zu bringen und glücklich zu halten. Ihr Grundprinzip: Man muss lernen, sich selbst zu lieben und sein Leben in die Hand zu nehmen. Der Partner wird darauf reagieren. Hier zehn Top-Tipps, inspiriert durch das Zurhorst-Beziehungskonzept.

1. Achtsamkeit

Man kann einfach miteinander leben - oder wirklich miteinander leben! Was damit gemeint ist? Kommen Sie nach der Arbeit heim und seien Sie richtig da. Also keine Routine-Umarmung und ein schnelles Bussi. Spüren Sie die warme Haut des anderen. Halten Sie Ihren Partner ein wenig länger als sonst im Arm. Achten Sie darauf, wie sich Ihre Lippen beim Begrüßungskuss anfühlen. Wichtig: Reden Sie vorher nicht darüber! Seien Sie stattdessen ein paar Tage lang "geheim", aber bewusst achtsam. Sie werden überrascht sein, wie anders (und besser!) sich vieles anfühlt.

2. Mit Humor geht's leichter

Das Geheimnis vieler funktionierender Beziehungen ist der gemeinsame Humor. Er bringt eine Lockerheit und Verspieltheit in den Alltag, die sich auf viele Lebensbereiche positiv auswirkt. Aber verstehen Sie "Humor" richtig: Sie müssen nicht notgedrungen über die gleichen Sachen lachen. Nehmen Sie manche Dinge einfach mit einem Augenzwinkern. Seien Sie großzügiger zueinander und sehen Sie die amüsante Seite mancher Macken. Man muss nicht jede Kleinigkeit bierernst nehmen!

3. Vergeben Sie

Wer vergangene Verletzungen immer wieder gedanklich und emotional aufwärmt, tut weder sich noch seinem Partner etwas Gutes. Deshalb empfehlen die Zurhorsts folgende Übung. Sobald Sie im Sumpf der Vergangenheit herumwaten, sagen Sie sich "Stopp!". Dann wechseln Sie in Gedanken den Standpunkt und beten sich vehement vor: "Ich will mich nicht länger schlecht fühlen. Ich will nicht mehr das Opfer sein. Ich lasse das jetzt alles los und bleibe bei mir, meiner Kraft und meinem Weg." Achtung: Intensives Üben notwendig - doch es zahlt sich aus.

4. Sehen Sie genau hin - vor allem auf sich selbst

Um positive Veränderungen herbeizuführen, muss man sich mit der Ist-Situation beschäftigen. Damit ist aber nicht notgedrungen der Zustand Ihrer Beziehung gemeint, sondern Ihr Leben an sich. Gehen Sie jeden Lebensbereich durch. Wie verbringen Sie Zweisamkeit (gemeinsam vor dem Fernseher sitzen zählt nicht)? Welche Rolle spielen Freunde in Ihrem Leben? Wie geht es Ihnen in der Arbeit? Was gibt Ihnen Kraft und was dient nur dazu, Sie von Problemen abzulenken? Fühlen Sie dabei Erfüllung oder Unzufriedenheit? Die Gefühle und Gedanken, die aufkommen, zeigen, wo man ansetzen sollte. Wichtig: Die Veränderung muss bei Ihnen selbst beginnen!

5. Kampf dem Computertod

Er sitzt viel vorm PC, spielt Games und schaut in der Nacht heimlich Internetpornos. Sie schaltet in der Früh zuerst das Radio ein und lässt sich davon berieseln. Bei gemeinsamen Aktivitäten ist ständig das Handy an oder man verbringt die Abende großteils schweigend vorm Fernseher. Das kann nicht gut gehen! Zurhorsts Tipps: Planen Sie gezielt technikfreie Abende, Tage oder Wochenenden. Lassen Sie den Computer aus, schalten Sie das Handy ab. Die Zeit, die Sie dadurch gewinnen, widmen Sie dann bewusst sich selbst und/oder Ihrer Partnerschaft.

6. Nachdenken schützt vor Seitensprung

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Untreue ist ein fast unumgängliches Thema in langjährigen Beziehungen. Bevor Sie fremdgehen (oder zur Verarbeitung auch danach), sollten Sie sich ernsthaft einige Fragen stellen. Was hält mich davon ab, waghalsiger und leidenschaftlicher in meiner eigentlichen Beziehung und in meinem normalen Leben zu sein? Was ist es, dass ich durch die dritte Person in mir wiederentdeckt und ausgelebt habe? Und wie könnte ich mein Leben verändern, um diese Qualitäten und Sensationen ohne den Betrug zu erleben? Seien Sie sich bewusst: Der Dritte ist auch nur ein Mensch. Weder Ihr jetziger Partner noch Ihre Affäre können Ihnen auf Dauer etwas geben, das Ihnen prinzipiell fehlt.

7. Frischekur für Ihr Sexleben

Ein Dauerbrenner unter den Beziehungsproblemen ist das fehlende oder eingeschlafene Sexleben. Je länger man diesbezüglich schon unzufrieden ist, desto schamhafter, gehemmter und lustloser wird man mit dem Partner, den man doch sonst so gut kennt. Der erste Schritt zur Veränderung? Sagen Sie "Halt!" und reden Sie mir Ihrem Partner, dass Sie so nicht weitermachen wollen. Oft empfindet der andere in diesem Punkt genau gleich. Die Zurhorsts raten zu einer neuen Definition von Sex. "Irgendwo mitten im Kern von Sex gibt es eine Erfahrung von vollkommener Verbundenheit - wie sonst nirgendwo." Zielen Sie nicht mehr einfach auf einen Orgasmus ab. Lassen Sie los. Greifen Sie sich wieder an, sehen Sie sich in die Augen, spüren Sie in sich hinein, nehmen Sie den anderen und sich selbst wieder richtig wahr. Nehmen Sie das Tempo aus der Sache. Wichtig dabei: Üben Sie! Ganz egal, ob die Lust gerade da ist. Dranbleiben zahlt sich in diesem Punkt aus.

8. Recht haben wird überschätzt

"Will ich recht haben oder will ich glücklich sein?" Unter hartnäckig vertretenen Positionen leidet die Liebe. "Wofür oder wogegen Sie auch immer gerade kämpfen in Ihrer Partnerschaft, es dreht sich selten um unverrückbare universelle Wahrheiten", erklären die Zurhorsts. Richtig oder falsch? Kommen Sie von dieser Kategorisierung ab!

9. Enthüllende Vergleiche

Sie denken immer wieder, dass es in anderen Partnerschaften spannender ist? Dass die neue Kollegin geheimnisvoller ist als die eigene Frau? Dass der immer wiederkehrende Kunde sicher besser zuhört als Ihr Ehemann? Vielleicht bräuchten Sie ja etwas ganz anderes als Ihren Partner... Fehlanzeige! Mit solchen Vergleichen überprüfen Sie einfach Ihre eingefahrenen Bahnen. Erkennen Sie sie als Zeichen: Die Spannung fehlt, die eigene Frau wirkt nicht mehr so geheimnisvoll, der eigene Mann hört nicht mehr richtig zu. Sie brauchen nicht den Kick des anderen, sondern den Mut, sich Fragen zu stellen - und diese auch mit Ihrem Partner zu besprechen.

10. Krisen sind gut

Eigentlich haben wir alle gelernt, dass Krisen etwas Negatives sind. Das gilt aber nicht immer! "Jede Krise hat ihre eigene Botschaft, die Sie daran hindert, irgendetwas in Ihrem Leben und in Ihrer Beziehung so weiterzumachen wie bisher", so die Zurhorsts. Werden Sie zum Krisenversteher! Diese Phasen sorgen für Schmerz oder Unwohlsein, sie zwingen einen aber auch genauer und bewusster hinzusehen. Wer die Krise annimmt und mit ihr arbeitet, dem wird sie einen gesunden Kurswechsel bescheren - und so zu einem Beziehungsretter werden.

Kommentare

Henry Knuddi

und wozu das alles?

Seite 1 von 1