Libyen provoziert nach "Lösegeld" weiter: Diktator Gaddafi veröffentlicht EU-Geldflüsse

Zahlte EU 477 Mio. $ für Freilassung der Bulgarinnen? PLUS: <b>BILDER</b> und alle Infos zum "Aids-Prozess"

Libyen hat Einzelheiten zu den Verhandlungen um die Freilassung der im Aids-Prozess verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und des palästinensischen Arztes bekanntgegeben. Wie Ministerpräsident Al-Mahmudi mitteilte, zahlten unter anderem Tschechien, Katar und Bulgarien in den Fonds ein, aus dem die Familien der HIV-infizierten Kinder eine finanzielle Unterstützung erhalten.

Frankreich habe zudem zugesagt, dem Krankenhaus in Benghazi mit Ausrüstung zu helfen und etwa 50 libysche Ärzte auszubilden, sagte Al-Mahmudi weiter. Der Fonds Benghazi International hat an die Familien betroffener Kinder insgesamt 460 Millionen Dollar (337 Mio Euro) Entschädigung gezahlt.

Nach Angaben des Fonds wurde die Zahlung wiederum durch ein Darlehen finanziert. Dieses solle zurückgezahlt werden, sobald Geldgeber auf freiwilliger Basis ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt hätten. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge Zusagen über 477 Millionen Dollar. Die Mittel würden aus 31 verschiedenen Quellen stammen, darunter Libyen. Die EU hat erklärt, Zahlungen ihrer Mitgliedsländer an den Fonds für die libyschen Kinder seien rein freiwillige Spenden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zufolge hat die EU keinerlei Geld für die Freilassung der Krankenhausmitarbeiter gezahlt. Die EU vereinbarte jedoch im Gegenzug für die Freilassung engere Beziehungen zu Libyen.

Die inzwischen nach Bulgarien zurückgekehrten und dort begnadigten Krankenschwestern und der Arzt bestreiten die Vorwürfe, über 400 Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Auch internationale Experten halten die libysche Darstellung für unglaubwürdig.

(apa/red)