Libyen-Konflikt von

Neustart in Tripolis

Nationaler Übergangsrat nimmt die Arbeit auf - Foltervorwürfe gegen beide Seiten

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    Nach heftigen Kämpfen konnten die Aufständischen einen weiteren Stadtteil von Tripolis einnehmen.

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    Das Viertel Abu Salim war eine der letzten Hochburgen des untergetauchten langjährigen libyschen Machthabers.

Nach den jüngsten Erfolgen der Rebellen hat der Nationale Übergangsrat seine Arbeit in Tripolis aufgenommen. Der Vizepräsident des Exekutivkomitees, Ali Tarhuni, gab offiziell bekannt, dass die politische Vertretung der Aufständischen von nun an in Tripolis arbeite. Der UN-Sicherheitsrat billigte die Freigabe von 1,5 Milliarden Dollar für Libyen.

Tarhuni kündigte am Donnerstag an, dass der Präsident des Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil, nach Tripolis komme, sobald die Sicherheitslage dies zulasse. In New York stimmte der UN-Sicherheitsrat der Freigabe von 1,5 Milliarden Dollar (1,042 Mrd. Euro) zu, die in den USA eingefroren waren. Sie sollen nach dem Willen Washingtons zu je einem Drittel an den Übergangsrat, in die internationale humanitäre Hilfe für Libyen und in einen Hilfsfonds fließen, aus dem Treibstoff und andere dringend benötigte Güter für die Bevölkerung finanziert werden sollen.

EU zögert mit Freigabe der Gelder
Der Regierungschef der libyschen Rebellen, Mahmud Jibril, forderte die Freigabe weiterer eingefrorener Gelder. Die Europäische Union zögert damit aber noch. Die EU will damit verhindern, dass das Vermögen in die Hände der Unterstützer des gestürzten Diktators Gaddafi gerät und nicht an den von Rebellen gebildeten libyschen Übergangsrat geht.

Die Kämpfe in Libyen gingen inzwischen weiter. Britische Kampfjets bombardierten laut Verteidigungsministerium in London in der Nacht zum Freitag einen Bunker Gaddafis in seiner Heimatstadt Sirte. Die Küstenstadt gilt als einer der möglichen Orte, in denen sich Gaddafi versteckt haben könnte, nachdem die Aufständischen am Dienstag seine Residenz in Tripolis eingenommen hatten.

Foltervorwürfe
Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte warnte vor einer Ermordung Gaddafis. "Die Rechtsstaatlichkeit ist wesentlich", sagte Sprecher Rupert Colville in Genf. Amnesty International hat im Libyen-Konflikt indessen beiden Konfliktparteien Folter vorgeworfen und die Anerkennung der Rechte von Gefangenen gefordert. Die Menschenrechtsorganisation beschuldigte die Truppen des langjährigen Machthabers Gaddafi unter Berufung auf eine Delegation vor Ort, gefangen genommene Burschen im Gefängnis Abu Slim in Tripolis vergewaltigt zu haben.