Libyen-Konflikt von

Gaddafi-Schatz entdeckt

Überraschender Gewinn für den neuen Staat: 16 Mrd. Euro in Zentralbank gefunden

Libyen-Konflikt - Gaddafi-Schatz entdeckt © Bild: APA/EPA/MALASIG

Der libysche Übergangsrat hat einem Zeitungsbericht zufolge in der Zentralbank in Tripolis Geld im Wert von umgerechnet mehr als 16 Milliarden Euro aus der Zeit des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi entdeckt. Die Summe sei in diesem Monat gefunden worden, meldete die britische Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf Regierungskreise in London und Tripolis.

Der Finanzbeauftragte des Übergangsrates, Wafik Shater, sagte, das Gremium verfüge über genügend Geld, um das Land für bis zu sechs Monate zu finanzieren. "Wir befinden in uns in einer besseren Lage als anfangs erwartet." Libyen fordert zudem die Freigabe von Guthaben im Wert von 170 Milliarden Dollar in der ganzen Welt. Die wichtigste Einnahmequelle des Landes ist der Export von Erdöl.

Wahlen erst 2013
Unterdessen wurde bekannt, dass die neue libysche Führung erst Anfang des übernächsten Jahres Wahlen abhalten will. Das erklärte der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates in Libyen, Mustafa Abdul Jalil, gegenüber Bundespräsident Fischer am Rande der UNO-Generalversammlung.

Jalil habe den späten Zeitpunkt damit gerechtfertigt, dass das Land Zeit benötige, die entsprechenden Grundlagen für Wahlen aufzubauen, berichtete Fischer vor Journalisten in New York. Der Grund für die Abwesenheit solcher Grundlagen, der frühere Machthaber Muammar al-Gaddafi, befindet sich laut Jalil "mit Sicherheit" noch im Land.

Depot mit chemischen Waffen entdeckt
Anhänger des Übergangsrates machen unterdessen bei ihrem Kampf gegen letzte Gaddafi-Getreue nach eigenem Bekunden weiter Fortschritte. So seien das Gebiet Jufra und große Teile der Stadt Sebha eingenommen worden. Die Kämpfer hätten auch ein Depot mit chemischen Waffen unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher in Misrata. Seine Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden. Die Regierung Gaddafis sollte ihre chemischen Waffen eigentlich im Jahr 2004 im Rahmen der Versöhnung mit westlichen Nationen zerstören. Dabei verzichtete das Regime auch auf sein Atomprogramm.