Libyen-Konflikt von

Gaddafi tot

Libyscher Ex-Machthaber bei Gefechten in Heimatstadt Sirte erschossen

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    Das libysche Volk feiert seine Befreiung.

  • Bild 2 von 36 © Bild: Reuters

    Der tote Ex-Diktator Gaddafi wird unterdessen immer noch eifrigst fotografiert.

Die mehr als vier Jahrzehnte währende Herrschaft von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist endgültig vorbei: Zwei Monate nach seinem Sturz ist der 69-Jährige laut Übergangsrat getötet worden. Gaddafi wurde in seiner Heimatstadt Sirte von Milizionären erschossen. Ebenfalls tot sind laut libyschen Angaben auch seine Söhne Saif al-Islam und Motassim.

Premier Jibril bestätigte in Tripolis den Tod Gaddafis und meinte, es sei an der Zeit, ein neues, einiges Libyen zu schaffen. Laut Ärzten wurde Gaddafi am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen.

Bilder von Gaddafis Leiche veröffentlicht
Fotos und wackelige Videos kursieren, die den getöteten ehemaligen Diktator zeigen. Gaddafi ist offenbar noch lebend in die Hand der Aufständischen gefallen. In einem von Al-Arabija und CNN ausgestrahlten verwackelten Video soll Gaddafi zu sehen sein, wie er von Milizionären umringt wird. Er scheint noch auf eigenen Beinen zu stehen und zu wanken. Sein Hemd ist blutgetränkt. Er scheint zu sprechen und seine rechte Hand zu bewegen.

Auf späteren Bildern ist der tote Gaddafi zu sehen. Seinen goldenen Revolver trug Muammar al-Gaddafi offenbar bis zum Ende bei sich - dann nahmen die Milizen ihm seine Waffe als Kriegstrophäe ab. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Kämpfer eine goldene Pistole in die Luft reckten und den Tod des ehemaligen libyschen Diktators feierten. Der Leichnam Gaddafis wurde mittlerweile von Sirte nach Misrata gebracht.

Die genauen Umstände des Todes waren am Donnerstag noch unklar. Nach widersprüchlichen Berichten soll Gaddafi entweder während der Flucht aus einem Haus, in einem Autokonvoi, in einem Erdloch oder aber versteckt hinter großen Betonröhren getötet worden sein. Von Gaddafi fehlte seit dem 27. August jede Spur.

Auch Gaddafi-Söhne offenbar tot
Neben dem Diktator wurden offenbar auch seine Söhne Saif al-Islam und Motassim sowie Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi und Militärchef Abu Bakr Yunus Jabr getötet. Die Söhne sollen am selben Tag wie ihr Vater von Truppen des Nationalrats in Sirte getötet worden sein. Saif al-Islam, der in Österreich als enger Freund des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider bekannt wurde, war mehr oder weniger offen als Nachfolger Gaddafis gehandelt worden. Motassim war im Regime seines Vaters nationaler Sicherheitsberater.

Obama: "Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels"
US-Präsident Barack Obama hat den Tod des Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi als "Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels" bezeichnet. Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sagte Obama am Donnerstag. Die Libyer hätten aber auch eine "große Verantwortung", eine Regierung zu schaffen, die alle gesellschaftlichen Gruppen einschließe.

Dass Gaddafi sich in Sirte versteckt hatte, ist für viele Beobachter überraschend. Der seit zwei Monaten Flüchtige war in einer Oase im Süden des Landes vermutet worden. Allerdings erklärt sich jetzt, warum in Sirte Gaddafi-Getreue über Wochen hinweg erbitterten Widerstand gegen die Truppen des Übergangsrates geleistet haben.

Jubel in Tripolis
In der Hauptstadt Tripolis herrschte große Freude. Zahlreiche Menschen feierten auf der Straße. Die EU sieht "ein Ende der Ära von Gewaltherrschaft und Unterdrückung, unter der das libysche Volk zu lange gelitten hat". Die politische EU-Spitze forderte den Nationalen Übergangsrat Libyens auf, einen "breit angelegten Prozess der Aussöhnung" einzuleiten.

Der junge Offizier Gaddafi hatte sich 1969 an die Macht geputscht und versucht, das nordafrikanische Land mit einer Mischung von sozialistischen und islamischen Kriterien zu gestalten. Dem für seine exzentrischen Auftritte bekannten wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Außerdem soll das Gaddafi-Regime in mehrere Terroranschläge verwickelt gewesen sein.

Weiterführender Link:
Video vom toten Gaddafi auf Al-Jazeera

Kommentare

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Kondolenz an SStrache Hr. SStrache:
auf diesen Weg möchte ich konkolieren wegen der Verlust einer ihre beste Freunde. SStrache und Gaddafi waren nicht nur befreundet, die waren durch ihre Art und Weise zu sein und zu denken verbrudert. Ein hartes Moment für Sie, Hr. SStrache.

watelli melden

Re: Kondolenz an SStrache Solche Kommentare sind das Letzte.

WIE ALLE ANDERE GEKROCHEN Hitler, Hussein, BD, alle sind in löcher wie feiglinge gekrochen. Ein unwürdiges sterben für unwürdige Wesen (konnte nicht Menschen schreiben).

Ivoir
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ein neues, einiges Libyen zu schaffen Ich bin überzeugt die Rebellen haben auf ihrem Weg zu Muammar el Gaddafi auch gleich ihre möglichen Kontrahenten und Kritiker ausgeschaltet.
Und wieder einmal freuen wir uns über den Tod eines Menschen, der für viele, die jetzt so heuchlerisch große Worte von sich geben, eine wahre Goldgrube war. Amin!

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Re: ein neues, einiges Libyen zu schaffen Nicht nur eine Goldgrube. Das was hier an Heuchelei besonders hervorsticht ist, dass man Verdächtige zum Verhör nach Libyen gebracht hat -Outsourcing von Folter sozusagen- und dann den Folterknecht mit der Begründung, er würde foltern, angegriffen hat.Und würde man an Bush, Obama, Sarkozy und Cameron die gleichen Maßstäbe anlegen, wären ihre Länder in Acht und Bann und die vier Herrschaften vor einem Tribunal.
Aber jubeln wir doch einfach mit, sagen wir die Edlen haben gewonnen.... und die Welt ist schwarz-weiß und ein Ringelspiel.

watelli melden

Re: ein neues, einiges Libyen zu schaffen Sehr richtig

rotra melden

... Jetzt gehts erst richtig los,... und eine neue "Chefpartie" darf zum "Futtertrog" - und die Briten, Amis und Franzosen fressen wieder mit!

watelli melden

Re: ... Es müssen doch die Kosten für die NATO Angriffe hereingebracht werden.

tdc7532 melden

alles blödsinn Ich bezweifle das es sich hier um Gaddafi handelt.Das ist wieder so eine Aktion von den Amis genauso wie bei Saddam Hussein und bei der nicht existierenden Al Kaida.

Amis geht endlich den Bach runter diesen blödsinn glaubt niemand mehr.

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Re: alles blödsinn Der einzige der hier Blödsinn schreibt bist du :)

Aber natürlich kannst du dich auch weiterhin in deinem Sessel zurücklehnen und dabei zuschauen, wie ganze Völker sich gegenseitig ausrotten...

free-spirit
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Re: alles blödsinn ja, natürlich, alles Blödsinn!!!
. . . aber nur was tdc7532 schreibt. . .
dümmer geht\'s nimmer!!!!

free-spirit
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Re: alles blödsinn Ihr nickname sollte eher TBC sein, denn diese Krankheit kann auch das Gehirn befallen, und dies scheint bei ihnen der Fall zu sein, . . . . .

Wenn jetzt nicht mit allen Mittel dafür gesorgt wird dass keinesfalls die radikalen Islamisten die Machlfülcke füllen, muss davon ausgegangen werden dass das grosse Töten erst nochh richtig beginnt. Und das wiederum wird neue Flüchtlingsströme richtung Europa auslösen was auch hier zu nicht mehr bewältigbaren Problemen führen wird. Die Aussenpolitik insbesondere Europas wird nun massgeblich darüber entscheiden wohin die Reise geht in Lybien und auch in Europa selber. Und das gilt für alle Länder die momentan im Umbruch sind!

Er hielt sein Wort @iounothing
Naja, geisteskranke gibt es überall

wintersun melden

Er hielt sein Wort Und kämpfte bis in den Tod! NICHT EINER der westlichen Politiker hätte den Anstand für die eigene Überzeugung oder gar für das Volk zu sterben. Denen fällt es ja schon schwer, ab und zu die Wahrheit zu sagen! Die würden alle wie die Tiere im Wald davonlaufen wenn jemand einmarschieren würde. Er machte Politik aus Überzeugung und ist nicht einfach geflohen als die NATO kam um sich im Exil ein gemütliches Leben zu machen. Deswegen habe ich vor diesem Mann Respekt, vor unseren Politikern keinen.

Libya Truth (DnB Soundtrack)
http://www.youtube.com/watch?v=aJURNC0e6Ek

iounothing melden

Re: Er hielt sein Wort 1. Gaddafi war seit Monaten auf der Flucht.
2. Hat er seine Truppen auf "sein" Volk gehetzt.
3. Hat er nicht für das Volk "gekämpft", sondern für seinen Machterhalt.
Wie kann man vor so jemandem Respekt haben???

Maika melden

Re: Er hielt sein Wort Kann "iounothing" nur Recht geben!
Gadafi ging es NUR um Macht um Gewaltherrschaft und um sich selbst, nicht um sein Volk!!! Dieses hat er unterdrückt!

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Re: Er hielt sein Wort Schon richtig und der Tod Gadaffis( auch wenn ich den internationalen Strafgerichtshof dem vorgezogen hätte ) rührt mich nicht besonders.

Nur die triviale Wahrheit ist, dass es auch jetzt keinen edlen Ritter in schimmernder Rüstung gibt, sondern einen Haufen Gruppen, die ihre Interessen wahren und dabei über Leichenberge stapfen und sich ebenfalls jede Menge Greueltaten auf die Fahnen heften können. Und wer hier Helden sucht hat schon verloren.

Und die Frage, die sich hier abseits des Abscheus oder der Sympathie für uns stellen muss ist,ob demokratische Staaten unter Bruch internationalen Rechts, moralisch bemäntelt, aber aus rein wirtschaftlichen Interessen (denn es ging von Anfang an nur ums Öl) ihre Hand dazu reichen durften.

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