Libyen-Konflikt von

Gaddafi umzingelt?

Rebellen-Minister: Haben Machthaber in Tripolis ausfindig gemacht

Libyen-Konflikt - Gaddafi umzingelt? © Bild: Reuters

Die libyschen Rebellen haben nach eigener Darstellung den Aufenthaltsort des untergetauchten Machthabers Muammar al-Gaddafi in Tripolis ausfindig gemacht. "Das Gebiet, in dem er sich jetzt befindet, wird belagert", sagte der Justizminister der Rebellen, Mohammed al-Alagi, der Nachrichtenagentur Reuters. Um welches Gebiet es sich handelt, wollte Alagi nicht sagen.

Andere Rebellenvertreter erklärten, sie gingen davon aus, dass sich Gaddafi im Gebiet Abu Salim im Süden der Hauptstadt aufhält. Dort war es in den vergangenen Tagen zu Gefechten mit Gaddafi-treuen Kräften gekommen. Rebellen hatten in dieser Woche schon einmal verkündet, sie hätten Gaddafi eingekreist. Diese Berichte stellten sich später jedoch als falsch oder voreilig heraus.

Britische Kampfjets bombardierten einen Bunker von Machthaber Gaddafi in seiner Heimatstadt Sirte, wo er sich versteckt haben könnte. Das Verteidigungsministerium in London erklärte, Tornado-Flugzeuge hätten gegen Mitternacht mehrere Storm-Shadow-Marschflugkörper auf den Gaddafi-Bunker abgefeuert.

Gaddafi-Anhänger sollen integriert werden
Der stellvertretende Chef der libyschen Übergangsregierung, Ali al-Tarhouni, will indes Anhänger des Gaddafi-Regimes in den künftigen Staat integrieren. "Wir werden 90 Prozent der Polizisten behalten", wird Al-Tarhuni in deutschen Zeitungen zitiert. "Verhandlungen darüber laufen schon", sagte Tarhouni. Um die Fehler nach dem Machtwechsel im Irak zu vermeiden, würden nur jene Sicherheitsleute entlassen, die "Blut an den Händen" hätten.

Die Kämpfe zwischen Aufständischen und Gaddafi-treuen Truppen konzentrierten sich am Freitag auf die beiden verbliebenen Hochburgen des alten Regimes, Gaddafis Heimatstadt Sirte sowie die Wüstenstadt Sebha im Zentrum des Landes. Dagegen flauten die Kämpfe in Tripolis nach Fernsehberichten deutlich ab. Der für den Militäreinsatz in Tripolis zuständige Rebellenkommandant Abdel Nagib Mlegta sagte der Nachrichtenagentur AFP, vor der Einnahme des Gaddafi-Hauptquartiers durch die Aufständischen am Dienstag hätten Gaddafi-treue Wächter mehr als 150 Gefangene getötet.

Der Chef der libyschen Übergangsregierung, Mahmud Jibril, erklärte, die Aufständischen hätten inzwischen fast im ganzen Land die Oberhand. Nur Sebha, Sirte sowie das südöstlich von Tripolis gelegene Bani Walid seien noch nicht unter Kontrolle, sagte er nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in Ankara.