Airbus A320 von

Flugzeugentführung:
Alle Passagiere frei

Entführte Maschine aus Libyen mit 118 Personen an Bord in Malta gelandet

Flugzeugentführung © Bild: REUTERS/Darrin Zamit-Lupi

Ein libysches Passagierflugzeug mit 118 Menschen an Bord ist am Freitag auf einem Inlandsflug entführt und nach Malta umgeleitet worden. Nach der Landung auf dem Flughafen der maltesischen Hauptstadt Valetta ließen der oder die Entführer zunächst 25 Frauen und Kinder frei, wie Maltas Regierungschef Joseph Muscat über Twitter mitteilte. Wenige Zeit später verließen auch die Entführer und die letzten Crewmitglieder das Flugzeug. Die Flugzeugentführung ging unblutig zu Ende.

Bei den festgenommenen Entführern der libyschen Passagiermaschine sind eine Handgranate und eine Handfeuerwaffe gefunden worden. Das sagte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat am Freitag vor der Presse. Bei der Durchsuchung des Flugzeugs sei eine weitere Waffe entdeckt worden. Bei den Entführern habe es sich "wahrscheinlich um libysche Staatsbürger" gehandelt, so Muscat.

Malta Flugzeugentführung
© REUTERS/Darrin Zammit-Lupi Passagiere verlassen die entführte Maschine

Die Männer hatten sich nach Verhandlungen mit Maltas Behörden ergeben. Sie seien festgenommen wurden und würden verhört. Auch Crew und Passagiere sollen befragt werden, um den Tathergang zu klären. Danach sollen die Passagiere mit einem anderen Afriqiyah-Airways-Flug nach Libyen zurückkehren, sagte Muscat. Wie Libyens Außenminister Taher Siala sagte, handelt es sich bei den Entführern um Gaddafi-Anhänger, die eine politische Partei gründen und in Malta Asyl beantragen wollen.

Die Maschine stand am frühen Nachmittag umringt von Militärfahrzeugen auf dem Rollfeld in Valetta. Die Flughafenverwaltung erklärte zuvor, Rettungsteams seien im Einsatz. Der Flugbetrieb wurde eingestellt.

Malta Flugzeugentführung
© REUTERS/Darrin Zamit-Lupi

Die Linienmaschine der Afriqiyah Airways befand sich auf einem Inlandsflug von Sabha (Sebha) in Südlibyen in die Hauptstadt Tripolis. Nach Muscats Angaben waren unter den 111 Passagieren 82 Männer, 28 Frauen und ein Kind. Zudem seien sieben Besatzungsmitglieder an Bord gewesen.

Auf libyschen Inlandslinien sind nur einheimische Fluggesellschaften aktiv. Im europäischen Luftraum sind sie eigentlich nicht zugelassen.

In Libyen herrscht seit dem Sturz und dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Seitdem beherrschen konkurrierende bewaffnete Milizen das ölreiche Land. Auch die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nutzt die unübersichtliche Lage aus, um sich in Libyen auszubreiten. Seit ihrem Amtsantritt im März versucht eine von der UNO unterstützte Einheitsregierung, ihre Macht in Tripolis zu etablieren und das gesamte libysche Staatsgebiet unter ihre Kontrolle zu bekommen.

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