Li Qiangbing scheidet im Achtelfinale aus:
Starke Leistung beim 3:4 gegen Tie Yana

Zwang Favoritin immerhin in einen siebenten Satz Chen Weixing beim 0:4 vs. Wang Hao ohne Chance

Li Qiangbing scheidet im Achtelfinale aus:
Starke Leistung beim 3:4 gegen Tie Yana © Bild: APA/EPA/Yongrit

Für Österreichs Nummer-2-Spieler im Tischtennis ist im olympischen Tischtennis-Einzel in Peking Endstation gewesen. Während Chen Weixing bei seiner 0:4-Niederlage in Runde drei gegen den topgesetzten Chinesen Wang Hao chancenlos war, hielt sich Li Qiangbing im Achtelfinale gegen Tie Yana aus Hongkong ausgezeichnet und unterlag nur 3:4.

Li Qiangbing ging mit dem Selbstvertrauen des am Vortag in extremis fixierten 4:3-Drittrundensieges gegen die als Nummer 16 gesetzt gewesene Deutsche Wu Jiaduo in das Match gegen Tie Yana. Sechs Sätze lang hielt sie ausgezeichnet mit, doch ausgerechnet in der Entscheidung verlor die 23-jährige Oberösterreicherin den Faden und gab den Schlusssatz mit 3:11 ab. "Es ist so schade", meinte die Linzerin danach.

"Habe keine Geduld gehabt"
Ein Einzug in das Viertelfinale hätte Li nicht nur einen gehörigen Sprung in der Weltrangliste nach oben eingebracht, sondern hätte auch international für Aufsehen gesorgt. Die größere Erfahrung ihrer Gegnerin gab aber schließlich den Ausschlag. "Im letzten Satz hat sie einfach keinen Fehler gemacht." Die Weltranglisten-Zehnte hätte im Finish passiv gespielt und so Li zu Fehlern gezwungen. "Ich habe keine Geduld gehabt und nur Angriff gespielt."

ÖTTV-Trainer Liu Yan Jun bescheinigte seinem Schützling eine starke Leistung. "Bis zum Schluss war sie immer dabei", meinte der Coach. "Sie braucht nur noch Zeit, dass sie ein bisschen stabiler wird und einen klaren Kopf behält." Ein Problem sei, dass Li wegen ihres nicht so hohen Rankings in der Weltrangliste von 58 bei Pro-Tour-Turnieren kaum einmal auf Spielerinnen vom Kaliber einer Tie Yana trifft. Dass merke man in solchen Matches.

"Sie ist aber noch jung und sie hat eine große Zukunft, wenn sie weiter so hart arbeitet", erklärte Liu und lobte Lis mentale Stärke. Für ihn sowie Liu Jia und Li Qiangbing und damit für drei Viertel der ÖTTV-Damen-Truppe sei Olympia ein Heimspiel gewesen, da sie alle aus Peking stammen. Bei Chinas Nationalteam ist es anders, da ist nur die Weltranglisten-Erste Zhang Yining in Peking gebürtig. Liu: "Sonst kommen alle aus dem Norden oder Süden."

Chen Weixing ohne jede Chance
Chen Weixing kommt auch nicht aus Peking, mehr hatte er mit dem aus Changchun stammenden Wang Hao aber nicht gemein. Der Niederösterreicher kam nicht einmal in die Nähe eines Satzgewinns und schied nach seinem 4:1-Zweitrundensieg am Vortag gegen den Inder Kamal Sharath Achanta im Eiltempo aus dem Turnier aus. ÖTTV-Bundestrainer Ferenc Karsai dazu: "Wang Hao war einfach zu stark."

Chen hatte gewusst, dass es gegen den Turnier-Co-Favoriten kaum ein Konzept gibt. "Gegen ihn muss ich Risiko spielen", begann er seine Analyse. "Ich versuche immer, eine Taktik zu finden. Nur gegen andere ist das gut genug, aber gegen Wang Hao nicht." Mit seinen Leistungen im Turnierverlauf zeigte sich der 36-Jährige recht zufrieden. Inklusive Teambewerb hat er lediglich zweimal gegen Wang Hao und einmal gegen Ryu Seung-min verloren.

Titelverteidiger aus dem Rennen
Das Ausscheiden musste in Runde drei auch Titelverteidiger Ryu Seung-min hinnehmen. Der Südkoreaner war im Turnierverlauf nicht richtig in Schwung gekommen und musste sich Ko Lai Chak aus Hongkong 2:4 geschlagen geben. Die 34-jährige US-Amerikanerin Wang Chen sah in ihrem Achtelfinalsieg gegen die Südkoreanerin Kim Kyung-ah ihren Karriere-Höhepunkt, kündigte ihren Rücktritt nach Turnierende an.

(apa/red)