Leupold-Löwenthal tot: Psychoanalytiker im Alter von 80 Jahren in Wien verstorben

War Mitbegründer der Sigmund Freud-Gesellschaft

Leupold-Löwenthal tot: Psychoanalytiker im Alter von 80 Jahren in Wien verstorben

Der Wiener Psychoanalytiker Harald Leupold-Löwenthal ist 80-jährig in Wien verstorben. Er erlag einem Herzstillstand, bestätigte ein Vorstandsmitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV). Der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und in freier Praxis tätige Lehranalytiker hat die Sigmund Freud-Gesellschaft mitbegründet und war langjähriger WPV-Vorsitzender.

Leupold-Löwenthal war Mitglied des Gründungsvorstands der 1968 ins Leben gerufenen Wiener Sigmund Freud-Gesellschaft, der er von 1976 bis 1999 als Präsident vorstand. 1971 begann Leupold-Löwenthal auch mit der Einrichtung des Sigmund Freud-Museums in der Wiener Berggasse 19 in den ehemaligen Wohn- und Praxisräumlichkeiten Sigmund Freuds.

Gusenbauer: Verlust für Österreich
Österreich habe durch den Tod des Wiener Psychoanalytikers Harald Leupold-Löwenthal "einen großen Wissenschafter und Humanisten verloren", erklärte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) in einer Aussendung. Leupold-Löwenthal habe sich in vielfältiger Weise gegen das Verdrängen und Vergessen eingesetzt. Mit seinem Engagement für die Psychoanalyse habe er zur Rückkehr dieser im Nationalsozialismus verfemten Wissenschaft nach Österreich beigetragen, so Gusenbauer, der auch den Einsatz Leupold-Löwenthals für das Sigmund Freud Museum würdigte, mit dem Freud in Österreich eine würdige Gedenkstätte erhalten habe.

Für den Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) verliert die Bundeshauptstadt mit Leupold-Löwenthal "den Doyen der Wiener Psychoanalyse", der durch sein Wirken das Erbe Sigmund Freuds mit vielen Impulsen lebendig gehalten habe. Durch seine zahlreichen Funktionen im In- und Ausland habe er den Ruf der Psychoanalyse auch als Kulturwissenschaft in die Welt getragen.

(apa/red)