Letzter Streich vom politischen "Lauser":
BZÖ-Spitzenkandidat Grosz im PORTRÄT

Oranger Frontmann scheitert trotz Mega-Einsatz

Letzter Streich vom politischen "Lauser":
BZÖ-Spitzenkandidat Grosz im PORTRÄT © Bild: APA/LEODOLTER

An persönlichem Einsatz hat es nicht gemangelt, wohl eher am Programm und vielleicht an der Persönlichkeit, dass es auch Gerald Grosz nicht gelungen ist, zum landespolitischen Retter seines BZÖ zu werden. Auch wenn das orange Bündnis in der Steiermark vergleichsweise passabel abschnitt, blieb dort wie auch sonst der Einzug in den Landtag verwehrt. Dass sich Grosz - wie angekündigt - nun ganz aus der Politik zurückzieht, glauben freilich nur die wenigsten.

Grosz kann mit seinen 33 Jahren bereits auf Karrieren in zwei Parteien - erst FPÖ, dann BZÖ - zurückblicken. Hochgedient hat er sich als Pressesprecher von Sozialminister Herbert Haupt (FK), dessen parlamentarischer Mitarbeiter er davor war. Seine Stunde schlug bei der Spaltung der Freiheitlichen, als im BZÖ vor allem in den Ländern Personalmangel herrschte und der junge Deutschlandsberger das steirische Bündnis recht bald übernehmen konnte und zwischenzeitlich auch als Generalsekretär diente.

Sachpolitik ist die Sache des selbst ernannten "Lausers" nicht. Grosz bedient sich oft einer deftigen Sprache und reizt politische Gegner gerne bis zur Weißglut - sein Streit mit dem SPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Faul hatte diesen erst im Sommer um die Funktion gebracht. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) weigert sich mittlerweile, Grosz mit Ordnungsrufen zu versehen - "wegen Aussichtslosigkeit". Der Zweite Präsident Fritz Neugebauer lud ihn erst in der vergangenen Plenarwoche nach einer kräftigen Rede zu einem Gespräch unter vier Augen.

Grosz' deklariertes Vorbild ist Jörg Haider - dessen Konterfeis mehrfach die Wände seines Grazer Bündnisbüros zieren -, ein weiteres ist Papst Johannes Paul II. Inhaltlich hat er den Schwenk unter BZÖ-Obmann Josef Bucher in Richtung rechtsliberale Partei nicht mitgemacht und matcht sich etwa in der Ausländer-Frage mit den Freiheitlichen, wenngleich er sich in der Sache ein wenig gemäßigter gibt.

Grosz wurde am 15. Februar 1977 geboren, die Schule absolvierte er im weststeirischen Deutschlandsberg. Von 1996 bis 1999 absolvierte Grosz eine kaufmännische Lehre und arbeitete bei einer Werbefirma in Graz. Schon 1993 engagierte er sich beim RFJ. Von 1999 bis 2000 war Grosz parlamentarischer Mitarbeiter der FPÖ-Abgeordneten Beate Hartinger und Herbert Haupt.

In Deutschlandsberg war Grosz erst von April 2005 bis Mai 2007 Gemeinderat. Als FPÖ-Stadtparteichef war er noch in die Wahl gegangen, im Zuge der Abspaltung von den Freiheitlichen wurde Grosz der wesentliche Exponent der orangen Partei in der Steiermark. Von 23. Oktober 2006 bis 8. Oktober 2008 hatte er die Funktion des orangen Generalsekretärs inne, seit 5. Juni 2005 ist er Bündnisobmann des BZÖ Steiermark. Vertreten war er seit der Grazer Stadtwahl im Jänner 2008 in der anfangs zweiköpfigen orangen Fraktion, die durch Wechsel eines FPÖ-Mandatars nun drei Gemeinderäte zählt.

Dieses Mandat legte Grosz vergangene Woche zurück, im Nationalrat sitzt er weiter. Nimmt der gescheiterte Spitzenkandidat seine eigenen Worte von Mitte September erst, wird ihn auch das Hohe Haus bald nicht mehr zu Gesicht bekommen. Schaffe er es nicht in den Landtag, "dann gibt es mich nicht mehr in der Politik", so Grosz bei einer BZÖ-Klubklausur. Was er dann machen würde, ist schwer zu sagen, bezeichnet er doch seinen Beruf als sein Hobby. Ansonsten kocht, wandert, schwimmt und liest der 33-Jährige, wenn der Workaholic einmal Zeit hat.

(apa/red)

Kommentare

bodomalo

Ein Typ zum verlieben eben für jede Schwiegermama der Held... was sonst auch. Und putzen kann er ja auch

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