Letzter Platz in Westeuropa: Österreich bei Vermögenssteuern in Rolle des Schlusslichts

Machen nur 1,26 Prozent der Steuereinnahmen aus PLUS: VfGH hebt derzeitige Erbschaftssteuer auf

Auch inklusive der vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Erbschaftssteuer ist Österreich bei der Vermögensbesteuerung Schlusslicht in Westeuropa. Laut OECD liegt Österreich unter den 15 "alten" EU-Ländern an letzter Stelle - die Vermögenssteuern machen nur 1,26 Prozent der gesamten Steuereinnahmen oder 0,53 Prozent des BIP aus. Auch bei der Erbschaftssteuer liegt Österreich im hinteren Bereich.

Die aktuellsten verfügbaren Vergleichszahlen sind eine Prognose für das Jahr 2005, für Portugal und Griechenland liegen keine Zahlen vor. Im Durchschnitt machen Vermögenssteuern demnach 5,49 Prozent des gesamten Steueraufkommen der 15 "alten" EU-Länder aus (2,17 Prozent des BIP). In Österreich liegt ihr Anteil nur bei 1,26 Prozent. Damit liegt Österreich als einziges Land unter zwei Prozent, in Deutschland, Finnland und Schweden machen Vermögenssteuern unter drei Prozent der gesamten Staatseinnahmen aus.

Deutlich größer ist der Anteil der Vermögenssteuern beispielsweise in Frankreich (7,82 Prozent) und Spanien (8,47). Spitzenreiter ist Großbritannien, wo die vermögensbezogenen Steuern 11,95 Prozent der gesamten Steuereinnahmen oder 4,4 Prozent des BIP ausmachen.

Sollte die Erbschafts- und Schenkungssteuer wie von ÖVP, FPÖ und BZÖ gefordert auslaufen, dann wären die Auswirkungen - gemessen am gesamten Steuerkuchen - eher begrenzt: Gerade einmal 0,12 Prozent der gesamten Staatseinnahmen stammen in Österreich aus Erbschafts- und Schenkungssteuern. Sie machen damit nur 0,05 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Geringer sind sie nur in Italien (0,01 Prozent der Steuereinnahmen) und Schweden (0,08), in Belgien gibt es überhaupt keine Erbschaftssteuer.

(apa/red)