Letzte Ehre: Bush würdigt "Charakter und Mut" des verstorbenen Ex-Präsidenten Ford

Trauerfeier in der National Cathedral in Washington Österreich durch Vizekanzler Gorbach vertreten

Letzte Ehre: Bush würdigt "Charakter und Mut" des verstorbenen Ex-Präsidenten Ford

Die USA haben sich mit einem Staatsakt von ihrem ehemaligen Präsidenten Gerald Ford verabschiedet. An der Feierstunde in der National Cathedral in Washington nahmen der amtierende Präsident George W. Bush und drei seiner Vorgänger teil: sein Vater George Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter. Anschließend wurde der Sarg zum Luftwaffenstützpunkt Andrews gebracht und zur Beisetzung nach Michigan geflogen. Dabei spielte eine Militärkapelle das Lied "Going Home".

Zu Beginn der Zeremonie geleitete Bush Fords Witwe Betty zu ihrem Platz in der riesigen Kathedrale. In der vorderen Reihe nahmen die Richter des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten Platz. Im Angesicht des mit der amerikanischen Flagge bedeckten Sarges erinnerten die Redner immer wieder an die Bescheidenheit Fords, der sich mit einer Karriere als Kongress-Abgeordneter zufrieden gegeben habe, bis ihn die Geschichte in das höchste Amt der USA berufen habe. "In Präsident Ford hat die Welt das Beste von Amerika gesehen", sagte Bush.

Sein Vater, Altpräsident George Bush, lockerte den Staatsakt mit einer scherzhaften Erinnerung an die Leistungen des Verstorbenen als Golfspieler auf: Ford habe gewusst, dass er sich verbessert habe, als er weniger Zuschauer getroffen habe als vorher. Henry Kissinger, der unter dem Republikaner Ford Außenminister war, würdigte dessen Beitrag zur Rüstungskontrolle und seine Bemühungen um Frieden im Nahen Osten.

Zu Ehren des Verstorbenen blieben die meisten Behörden ebenso geschlossen wie die New Yorker Börsen. Auch in Europa blieben Botschaften und Konsulate geschlossen. Dem Nationalen Trauertag gingen zwei Tage voraus, an denen tausende von Amerikanern an dem in der Rotunde des Kapitols aufgebahrten Leichnam vorbeizogen. Die Beisetzung findet am Mittwoch in Grand Rapids in Michigan statt, wo Ford aufwuchs. Seine sterblichen Überreste werden auf dem Gelände des nach ihm benannten Museums in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan beigesetzt.

An der Zeremonie in der Nationalkathedrale in Washington hatten neben Fords Witwe Präsident George W. Bush und alle drei noch lebenden Ex-Präsidenten Jimmy Carter, George Bush und Bill Clinton sowie zahlreiche weitere Politiker aller Parteien teilgenommen. Zuvor war der Sarg mit Fords Leichnam vom Kapitol, wo er zwei Tage lang in der Rotunde aufgebahrt gewesen war, in die Kathedrale überführt worden.

(apa)